Beckstein: 500 Muslime sind "topgefährlich"
Beckstein: 500 Muslime sind "topgefährlich"
Einige tausend hochgradig fanatisiert
Unter den rund drei Millionen Muslimen in der Bundesrepublik gelten nach Angaben von Bayerns Innenminister Günther Beckstein derzeit etwa 500 als "topgefährlich" und "einige tausend" als hochgradig fanatisiert. Beim Neujahrsempfang der Christlichen Gästehäuser in Bischofsheim/Rhön erklärte Beckstein am Wochenende weiter, dass es in Bayern etwa 50 Islamisten gebe, die aus Sicherheitsgründen mit großem Aufwand rund um die Uhr beobachtet werden müssten. Zehn von ihnen würden demnächst ausgewiesen.
Der CSU-Politiker, der auch der bayerischen evangelischen Landessynode angehört, betonte, dass es weltweit zum Dialog der Kulturen und Religionen keine Alternative gebe. Die christlichen Kirchen in Deutschland dürften das Gespräch mit Vertretern des Islam jedoch nicht "blauäugig" führen und aus falsch verstandener Toleranz eigene Glaubensgrundlagen zur Disposition stellen. Sie sollten vielmehr Problempunkte wie die Achtung der Menschenrechte und die mangelnde Religionsfreiheit in islamischen Staaten offen ansprechen.
Nach Einschätzung Becksteins hat eine Umfrage der Bayerischen Staatsregierung aus dem Jahr 2000 nichts an Aktualität verloren, der zu Folge nur etwa ein Viertel der Kirchenmitglieder in Bayern Religion als "wichtig" oder "sehr wichtig" für ihr Leben bezeichneten, während es bei den Muslimen etwa 75 Prozent waren. Der hier erkennbare Trend habe sich in den letzten Jahren eher noch verstärkt, so Beckstein. "Während die christlichen Kirchen an Bindungskraft verlieren, erleben wir eine Revitalisierung des Islam." Dies werde auch daran deutlich, dass es derzeit etwa vier Mal so viel Übertritte von Kirchenmitgliedern zum Islam gebe als umgekehrt.
Der Dialog mit dem Islam sei deshalb auch eine "Anfrage an uns". Christen müssten deutlicher machen, zu welchen Grundwerten sie stehen. "Bei aller Entfaltungsfreiheit, die wir nach unserem christlichen Selbstverständnis jedem zugestehen, müssen wir auch Toleranz und Rücksichtnahme auf die Normen verlangen, denen sich unsere einheimische Bevölkerung verpflichtet fühlt", so Beckstein. Dazu gehöre die europäisch-abendländische Prägung mit ihren Wurzeln in Christentum, Humanismus und Aufklärung.
Kritisch äußerte sich Beckstein zur Religionsfreiheit in der Türkei. Er verwies darauf, dass die Imame in den türkischen Moscheen Bayerns ihre Freitagspredigten jeweils vom Religionsministerium in Ankara vorgeschrieben bekämen. Dies stelle zwar einen gewissen Schutz vor fanatischen Hasspredigern dar, werfe jedoch große Fragen zur Trennung von Kirche und Staat auf. Er könne sich jedenfalls nicht vorstellen, dass eine Behörde des Freistaats Pfarrern ihre Predigttexte vorschreibe.


