Landesbischof contra Mehdorn
Landesbischof contra Mehdorn
"Bahnhofsmissionen dürfen nicht hinausverlagert werden"
Landesbischof Johannes Friedrich hat davor gewarnt, die Bahnhofsmissionen aus den Bahnhöfen zu verlagern. Bei einer Vortragsveranstaltung in Forchheim nahm Friedrich am Sonntag zu einer entsprechenden Forderung von Bundesbahn-Präsident Hartmut Mehdorn kritisch Stellung. Mehdorn habe offenbar verhindern wollen, dass die "an Wärmestuben und Suppenküchen interessierte Kundschaft aus der ganzen Stadt" auf die Bahnhöfe gelockt werde.
Mehdorns leicht durchschaubare Forderung, die inzwischen faktisch zurückgenommen sei, lasse aufhorchen: "Alkoholiker, Junkies, Obdachlose und Arme stören demnach das ästhetische Empfinden der Bahncard-Besitzer - ihr Anblick könnte womöglich ihr soziales Gewissen wachrütteln und sie über soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft nachgrübeln lassen", sagte Friedrich.
Nach dieser Denkweise müssten auch Sterbende "am besten aus der Gesellschaft verschwinden", am liebsten auch die Menschen in sozialen Schieflagen. Der Fall Bahnhofsmission zeigt nach Auffassung des Landesbischofs signifikant auf, wie wichtig das kirchliche Engagement für das Humanum sei.


