Landesbischof fordert von Muslimen Bekenntnis zum Grundgesetz
Landesbischof fordert von Muslimen Bekenntnis zum Grundgesetz
Christlich-islamischer Dialog noch in den Kinderschuhen
Ein klares Bekenntnis zur freiheitlichen Grundordnung hat der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich von den in Deutschland lebenden Muslimen verlangt. "Wenn sie in diesem Land leben, dann müssen sie sich auch zu den hier geltenden Grundsätzen bekennen, denn sie sind ja nicht gezwungen, hier zu bleiben", sagte Friedrich am Mittwoch vor dem Presseclub in München. Auch das gehöre zu einem gelingenden Dialog.
Der christlich-islamische Dialog steckt laut Friedrich noch in den Kinderschuhen. Das liege auf überregionaler Ebene daran, dass bei Muslimen ein offizieller Ansprechpartner fehle. Auf gemeindlicher Ebene seien viele Kontakte möglich. "Wir als Christen können hier mit unserer Dialogkultur prägend wirken." Friedrich forderte, einem wachsenden Islamismus durch intensiveres Zusammenleben mit den Muslimen entgegen zu treten. Dazu könne auch gehören, "bei dem Gebet der jeweils anderen als Gäste mit dabei zu sein".
Friedrich warnte jedoch vor vorschnellen Parallelen zwischen Islam und Christentum. So sei der Ruf des Muezzins nicht gleichzusetzen mit dem Glockenläuten. Die Kirchenglocken laden ein und man könne sich der Einladung auch verschließen, betonte der Bischof. Der Ruf des Muezzins sei dagegen ein Gebet. "Ich kann mich nicht dagegen wehren, dieses mit anzuhören", sagte Friedrich.
Der bayerische Landesbischof, der viele Jahre evangelischer Propst in Jerusalem war, sieht in der Wahl des neuen palästinensischen Regierungschefs Abbas die Chance, dass wieder etwas Bewegung in den Nahostkonflikt kommt. Auch sei die Haltung von über 90 Prozent der Israelis zu würdigen, die einen Rückzug aus dem Gaza-Streifen befürworten. Bei aller Kritik am israelischen Vorgehen müsse "doch gesagt werden, dass die Mauer ein Ziel erreicht hat, nämlich weniger Selbstmordattentate", so der Bischof.


