Medien prägen falsches Bild von Migranten
Medien prägen falsches Bild von Migranten
Experten fordern von Journalisten mehr Sensibilität
In den Printmedien wird meist negativ über Menschen mit Migrationshintergrund berichtet. Die Zeitungen selbst produzieren keine Klischees, sondern "greifen bestehende Bilder auf und zementieren sie", sagte der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge am Donnnerstag in München.
Straftaten würden zunehmend ethnisiert: "Auch wenn die Nationalität bei der Berichterstattung keine Rolle spielt, wird sie doch in den Vordergrund gehoben", sagte Butterwegge bei der Veranstaltung "Bilder vom Anderen" der Akademie für politische Bildung Tutzing, dem Sozialreferat der Stadt München und dem Institut für Medienpädagogik.
Bringe ein Deutscher eine Frau um, so laute die Schlagzeile: "Mord aus Leidenschaft!" Sei der Verbrecher hingegen Türke, so heiße es: "Türke tötet aus Ehre!" Butterwegge forderte daher von Journalisten eine größere Sensibilität im Umgang mit dem Thema Migranten.
Ein interkulturelles Fernsehen forderte Susanne Eggert vom Institut für Medienpädagogik. Kinder und Jugendliche machten sich ein Bild über das Leben in einem fremden Land zunächst über das Fernsehen. "Jugendliche sehen Gerichtsshows und glauben, dass sie auf realen Fällen basieren", sagte Eggert. Hier werde ein schiefes Bild von Deutschen, aber auch von Migranten vermittelt. Dazu gehöre beispielsweise das Klischee vom "südländischen Macho". Kindern suchten weltweit im Fernsehen nach Antworten und Orientierung. Diese Bedürfnisse und Interessen sollten Fernsehschaffende als Chance begreifen.


