Bayernkaserne ist neue Unterkunft für Asylbewerber
Bayernkaserne ist neue Unterkunft für Asylbewerber
Bessere Bedingungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
Die Regierung von Oberbayern hat eine neue Unterkunft für Asylbewerber in der Bayernkaserne in München-Freimann eingerichtet. "Mit den neuen Räumlichkeiten sind wir für einen größeren Ansturm bei der Erstaufnahme von Asylbewerbern gerüstet", erklärte der Vizepräsident der Regierung von Oberbayern, Ulrich Böger, bei einem Ortstermin am Dienstag.
In dem zweistöckigen Gebäude mit einer Grundfläche von rund 1.800 Quadratmetern Wohnfläche lebten zurzeit 101 Asylbewerber. Insgesamt können hier je nach Belegung bis zu 289 Menschen untergebracht werden. "Damit konnten wir einige Notunterkünfte wie Pensionen und Containerbauten aufgeben, die im Herbst zeitweise angemietet werden mussten", so Böger. Die Kosten für den Umbau der Kaserne, die seit rund einem Jahr leer stand, betrugen rund 300.000 Euro.
In den Zwei- bis Sechs-Bett-Zimmern der Kaserne leben nach Angaben der Regierung von Oberbayern derzeit 82 männliche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie 19 Erwachsene, aber auch Familien mit kleinen Kindern. Die meisten Asylbewerber kommen aus Afghanistan, weitere stammen aus Nigeria, China, Sierra Leone, der Türkei, Syrien, Serbien, Algerien oder Tunesien. Die Zimmer sind mit Betten, Spinden, Tischen, Stühlen sowie ein oder zwei Kühlschränken für die Essenspakete ausgestattet. Als Gemeinschaftsräume stehen mehrere Küchen, ein Fernsehzimmer, ein Waschraum sowie ein Spielzimmer mit Kicker und Tischtennisplatte zur Verfügung. "Mit einer großen Freifläche bietet die Kaserne bessere Bedingungen als viele andere Erstaufnahmeeinrichtungen", sagte Böger.
Mit der neuen Unterkunft reagiere die Regierung von Oberbayern auf den "wachsenden Strom" der Asylbewerber, wie Böger weiter erklärte. Im Jahr 2009 wurden in den oberbayerischen Erstaufnahmeeinrichtungen insgesamt 1.819 Menschen gezählt, im vergangenen Jahr waren es 2.691 Personen. "Wir rechnen mit einem weiteren Anstieg der Asylbewerberzahlen", sagte er.
In den Erstaufnahmeeinrichtungen in Bayern sind derzeit über 500 Menschen untergebracht. Die Aufenthaltsdauer beträgt je nach Verfahren zwischen sechs Wochen und drei Monaten. Für die Betreuung der Asylbewerber stehen drei Verwaltungskräfte der Regierung zur Verfügung. Zudem gibt es in jeder Einrichtung eine Beratungsstelle der Inneren Mission München.
Böger betonte, dass die Unterbringung in der Bayernkaserne lediglich eine Übergangslösung sei. Die Einrichtung, die rund 65.000 Euro Miete koste, könne nur bis Juni genutzt werden. Bis zu diesem Termin solle ein Neubau in München-Sendling fertiggestellt werden mit Platz für rund 200 Menschen.
Die Erstaufnahmeeinrichtung mit derzeit 248 Asylbewerbern in der Münchner Baierbrunner Straße bleibt weiterhin bestehen. Hier sollen künftig vor allem geflüchtete unbegleitete Mädchen betreut werden, zumal sich in diesem Gebäude auch abgeschlossene Wohneinheiten befinden.
Das bayerische Arbeitsministerium rechnet aufgrund der Schätzungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge allein in Oberbayern mit einem zusätzlichen Bedarf von 1.000 bis 1.800 Plätzen. Die Unterbringungskapazitäten in den 20 oberbayerischen Gemeinschaftsunterkünften seien jedoch "bereits jetzt nahezu ausgeschöpft", erklärte Böger. Aus diesem Grund suche die Regierung von Oberbayern weiterhin dringend nach Gebäuden. (0195/b110260)


