Dekanin Weise: Kirche und Diakonie können sich gegenseitig stärken
Dekanin Weise: Kirche und Diakonie können sich gegenseitig stärken
Die künftige Würzburger evangelische Dekanin Edda Weise hat sich am Freitag an ihrer künftigen Wirkungsstätte der Öffentlichkeit vorgestellt. Die 46-jährige Theologin möchte ihre Erfahrungen als Passauer Dekanin auch in Unterfranken nutzen. Ihre zwei größten Themen umreißt sie mit den Fragen: "Wie erreichen wir Menschen, die nach Gott suchen, aber den Zugang zur Kirche noch finden müssen? Und wie gehen wir mit der zunehmend offenen Schere zwischen armen und reichen Menschen um, wie können wir den Schwachen beistehen?"
Eine Antwort auf beide Fragen bietet laut Weise die Diakonie: "Durch sie kann die Gesellschaft unsere Kirche wahrnehmen." Deswegen sei ihr daran gelegen, den Mitarbeitern von Diakonie und Kirchengemeinden zu zeigen, dass beide sich gegenseitig stärken könnten. Weises Credo lautet: "Wir müssen Anteil am Leben der Menschen nehmen, um zu sehen, wo Gott sich ihnen auftun kann." Die Gelegenheiten hierzu seien einem starken Veränderungsprozess unterzogen. War früher einmal die Taufe "der Klassiker" einer solchen Lebenssituation, so gelte es heute, viel mehr Singles anzusprechen. Das geschehe beispielsweise in Glaubenskursen oder bei der Chormusik.
Erfahrungen in der Ökumene gewann Weise unter anderem am überkonfessionellen Kurseelsorgezentrum für drei niederbayerische Badeorte. "In praktischen Dingen findet man leicht einen gemeinsamen Weg", sagte sie. Auch und gerade als weibliche Repräsentantin der Protestanten sei sie von den Katholiken voll akzeptiert worden, so etwa bei der "Woche für das Leben" oder gemeinsamen Aktionen für den arbeitsfreien Sonntag.
Als spannenden Prozess empfindet die designierte Dekanin die Einrichtung eines ersten evangelischen Gymnasiums in Würzburg. "Das ist eine gute Aufgabe, die uns sicher stark beanspruchen wird." Als Vorsteherin der Evangelischen Erziehungsstiftung Ortenburg (Niederbayern) weiß sie sich in Schulfragen gut eingeführt. Bis Ende Juli arbeitet Weise weiter in Passau, berät jedoch bereits auch bei Würzburger Entscheidungen. Hier soll sie ihre neuen Ämter Anfang September übernehmen. (0216)


