Innerkirchliche Sparmaßnahmen zwingen evangelische Kirchengemeinden in Lindau zum Strukturwandel
Innerkirchliche Sparmaßnahmen zwingen evangelische Kirchengemeinden in Lindau zum Strukturwandel
Die vier evangelischen Kirchengemeinden in Lindau und Wasserburg stehen wegen innerkirchlicher Sparzwänge vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. "Im Jahr 2011 haben die Lindauer Gemeinden aufgrund des innerkirchlichen Finanzausgleichs der bayerischen Landeskirche im Schnitt 30 Prozent weniger finanzielle Zuweisungen der Landeskirche zur Verfügung als vor fünf Jahren", sagte Pfarrer Andreas Lay, Sprecher der sechs evangelischen Pfarrer in Lindau und Wasserburg am Mittwoch.
Wie Lay mitteilte, müssen die vier Gemeinden Christuskirche, St. Stephan, St. Verena-Versöhnerkirche und St. Johannes Wasserburg künftig enger zusammenarbeiten, um dadurch Ausgaben für Personal und Immobilien zu senken. Die Landeskirche verpflichte die Gemeinden zudem, ab 2012 für alle 23 Gebäude Rücklagen zu bilden. Der Umstrukturierungsprozess solle binnen fünf Jahre abgeschlossen sein. Insgesamt sind von den Maßnahmen 8.550 Gemeindemitglieder betroffen.
So sieht ein seit 2009 von Pfarrern, Kirchenvorständen, Kirchenpflegern und Gemeindemitgliedern entwickeltes Konzept vor, dass jede der vier Gemeinden eine Aufgabe stellvertretend für die anderen Gemeinden übernimmt. So könnte die Christuskirche ein gemeinsames Pfarrbüro eröffnen, St. Stephan die Tourismusseelsorge übernehmen, St. Verena das Zentrum für die Jugendarbeit bilden und Wasserburg einen Schwerpunkt bei der Krankenhausseelsorge setzen.
Nach Angaben Lays ist angedacht, das Gemeindehaus der Christuskirche (Aeschach) abzureißen und durch ein Gemeindehaus mit niedrigerem Energieverbrauch zu ersetzen. Zudem würden eine engere personellere Zusammenarbeit zwischen St. Stephan und der Christuskirche sowie eine gemeinsame Nutzung der Gebäude erwogen. In St. Verena-Versöhnerkirche werde über neue Finanzierungsmöglichkeiten für das Gemeindehaus Lugeck in Reutin nachgedacht, dessen Erhalt jährlich 30.000 Euro kostet. "Auch der Verkauf von Lugeck und der Neubau eines Gemeindehauses im Pfarrgarten in unmittelbare Nähe zu St. Verena sind im Gespräch", so Lay. (0304)


