Manager zu ethischem Handeln aufgefordert
Manager zu ethischem Handeln aufgefordert
4.Kongress christlicher Führungskräfte in Nürnberg eröffnet
Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich hat die Führungskräfte der Wirtschaft aufgefordert, das notwendige Streben nach Gewinn mit der Fürsorge für die von den Unternehmensentscheidungen abhängigen Menschen in Einklang zu bringen. Die Rendite dürfe nicht zum alleinigen Prinzip erhöht werden, sagte der Bischof vor rund 2.500 Teilnehmern beim Auftakt zum "Kongress christlicher Führungskräfte" am Donnerstag in Nürnberg. Die Wirtschaft sei für die Menschen da und nicht umgekehrt.
Der Bischof warnte davor, sich vom Glanz des Geldes verführen zu lassen. Wettbewerb und Eigentum müssten in grundlegende christliche Werte wie soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit eingebunden werden. Er appellierte an die Christen, ihre Überzeugungen auch im Beruf umzusetzen: "Wer unternehmerisch tätig ist, darf seinen Glauben nicht an der Garderobe abgeben."
Der Kongress christlicher Führungskräfte wird zum 4. Mal seit 1999 von der Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) und der Firma tempus-Zeitplansysteme (Giengen) veranstaltet. "Christen sind nicht anfällig für Betrug und Korruption", sagte der Kongressleiter und idea-Vorsitzende Horst Marquardt. In der gesamten Gesellschaft verstärke sich die Suche nach einem verlässlichen Fundament für Leben und Arbeit.
Auf Deutschland komme eine "spirituelle Welle" ähnlich wie in den USA zu, prognostizierte der Düsseldorfer Informationstechnik-Manager Steffen Ehl. Auf den Führungsetagen der amerikanischen Unternehmen redeten Manager inzwischen selbstbewusster über ihr Christsein als deutsche Pastoren in den Kirchen. Eine Trendwende stellte auch Markus Spieker, Hauptstadtkorrespondent des MDR in Berlin, fest: "Man fragt wieder nach Gott."
Die deutschen Intellektuellen seien zwar nicht plötzlich fromm geworden, sagte Spieker, "aber neuerdings sind sie traurig, dass sie nicht mehr fromm sind". Der Fernsehjournalist bedauerte, dass konservative Christen, die sich zur evangelikalen Bewegung zählen, in Deutschland kaum politischen Einfluss hätten. Die Evangelikalen frönten lieber einer Kuschelmentalität als profilierte Führungspersönlichkeiten auszubilden. "Wir brauchen eine christliche Avantgarde", forderte er.
Der Kongress unter dem Motto "Mit Werten in Führung gehen" dauert noch bis Samstag. Als Redner sind der bayerische Innenminister und evangelische Landessynodale Günther Beckstein (CSU)und die niedersächsische Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) angekündigt. Die Wirtschaft ist vertreten durch Michael Inacker (Berlin), Vizepräsident von DaimlerChrysler, den McKinsey-Direktor Peter Barrenstein (München) und die Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött (Berlin), Vorsitzende des Bundes katholischer Unternehmer.


