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Veröffentlicht auf EPV - Evangelischer Presseverband für Bayern (http://www.epv.de)

Abschied von Rudolph Moshammer

Abschied von Rudolph Moshammer

Aufbahrung in evangelischer Kirche mit würdigem Ablauf

Der ermordete Münchner Modeschöpfer und Anwalt der Obdachlosen Rudolph Moshammer ist am Freitag in der evangelischen City-Kirche St. Lukas in München im geschlossenen Sarg aufgebahrt worden. Neben dem Sarg steht ein mit Trauerflor versehenes Porträt von "Mosi" und seinem Hund "Daisy", ein Kondolenzbuch liegt aus. Bereits in den frühen Morgenstunden warteten viele Menschen, die von Moshammer Abschied nehmen wollen, auf Einlass. In der großen neugotischen Kirche herrschte eine würdige Stimmung. Sicherheitsleute, die von Freunden und Anwälten des Verstorbenen bestellt worden waren, sorgten für einen ungestörten Ablauf.

Die Aufbahrung eines ausgetretenen Mitglieds im Kirchenraum und die Ansprache des evangelischen Pfarrers Christian Stalter bei der Trauerfeier für Moshammer am Samstag seien durch die Leitlinien für das kirchliche Leben gedeckt, so die bayerische Landeskirche. Sie gehörten zur seelsorgerliche Begleitung von Angehörigen und Freunden und dürften nicht mit einer kirchlichen Bestattung verwechselt werden.

Der Pressesprecher der Landeskirche, Markus Hepp, erinnerte daran, dass auch für den im Balkankrieg erschossenen Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Egon Scotland, der kein Kirchenmitglied war, eine Trauerfeier in St. Lukas stattgefunden habe. St. Lukas-Gemeindepfarrer Helmut Gottschling erklärte, die Freunde des Verstorbenen hätten keinerlei Extra-Wünsche für die Aufbahrung geäußert und schon gar nicht die Aufbahrung in einem gläsernen Sarg gewollt, wie in einigen Medien spekuliert worden war.

(Hinweis an die Redaktionen: Korrespondentenbericht folgt)

(Artikel vom 21.01.2005)

URL:
http://www.epv.de/node/760