Gedenkstunde für Widerstandskämpfer Franz Sperr
Gedenkstunde für Widerstandskämpfer Franz Sperr
Stoiber erinnert an bayerischen Widerstand gegen NS-Diktatur
Mit einer Gedenkstunde im Kuppelsaal der Staatskanzlei hat die Bayerische Staatsregierung am Samstag an den 60. Todestag von Franz Sperr erinnert. Sperr war am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee als Mitwisser des gescheiterten Attentats vom 20. Juli 1944 an Hitler hingerichtet worden. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber bezeichnete Sperr als "echten Patrioten", der aus Liebe zum Vaterland gehandelt habe.
Mit dem Gedenken an Sperr erinnere Bayern gleichzeitig an alle Mitglieder des Widerstands in Bayern, sagte Stoiber. Sie hätten für Recht und Gerechtigkeit, für die Rückkehr zu ethischen Werten und die Achtung vor der Würde des Menschen gekämpft. Die Erinnerung an diese Menschen verpflichte dazu, "Freiheit und Demokratie in unserem Land wachsam zu bewahren", so Stoiber.
Franz Sperr, 1878 im unterfränkischen Karlstadt geboren, war der letzte Gesandte Bayerns beim Deutschen Reich. Als überzeugter Gegner des Nationalsozialismus legte er sein Amt in der Berliner Gesandtschaft Bayerns 1934 nieder. In München gründete er die nach ihm benannte Widerstandsgruppe. Enge Kontakte hielt Sperr mit dem Münchner Jesuitenpater Rupert Mayer, Pater Alfred Delp, dem "Kreisauer Kreis" um Graf Helmut James von Moltke sowie dem "Augsburger Kreis" um Josef Ernst Fürst von Fugger-Glött.


