Evangelischer Sozialexperte Rudolf Ruf geht in Ruhestand
Evangelischer Sozialexperte Rudolf Ruf geht in Ruhestand
Leiter des Diakoniewerks Hohenbrunn: Finanznöte in der Pflege beheben
Der weit über München hinaus bekannte evangelische Sozialexperte Rudolf Ruf geht Ende Januar in Ruhestand. In einem Gottesdienst in Ottobrunn bei München verabschiedete der Präsident des Diakonischen Werks Bayern, Pfarrer Ludwig Markert, am Sonntag den 65-jährigen Pfarrer, der seit viereinhalb Jahren Theologischer Leiter und einer von zwei Vorständen des Evangelisch-Lutherischen Diakoniewerks Hohenbrunn bei München war. Zum Diakoniewerk Hohenbrunn gehören Alteneinrichtungen in Riemerling und Taufkirchen bei München, die Senioren- und Pflegeheime und Ausbildungsstätten der "Insula" bei Berchtesgaden sowie die dortige europaweit anerkannte Reha-Einrichtung für stark übergewichtige Kinder und Jugendliche.
Ruf wies in seiner Abschiedspredigt auf die Finanznöte der Pflegeversicherung hin. Mit den derzeitigen Beiträgen könne "das eigentlich Selbstverständliche in der Altenpflege nicht mehr geleistet werden". Für die Wahrung der Würde der alten Menschen sei "ein größerer Solidarbeitrag der Gesellschaft nötig". Lebensqualität im hohen Alter sei machbar, betonte Ruf. Das gelte auch für die inzwischen 60 Prozent der Senioren in Pflegeheimen, die dementiell erkrankt sind. "Wir müssen uns als Christen energisch dafür einsetzen, dass das Selbstverständliche in der Altenpflege auch selbstverständlich bleibt", rief Ruf einer großen Abschiedsgemeinde, darunter viele Weggefährten aus ganz Bayern, zu.
Der im fränkischen Röthenbach geborene Theologe hat unter anderem die evangelische Freizeit- und Bildungsstätte Langau (Oberbayern), die unter anderem eine Modelleinrichtung für Behinderte und ihre Familien ist, mit aufgebaut. Er wirkte im evangelischen Sozialdorf Herzogsägmühle bei Peiting (Oberbayern) und als Gemeindepfarrer in Karlsfeld bei München, wo er sich Verdienste in der Betriebsseelsorge und der Betreuung von Arbeitslosen erwarb, und an der Kreuzkirche in München-Schwabing, wo er unter anderem Familiengottesdienste und den monatlichen Zeitfragengottesdienst förderte.


