"BlickWechsel" mit Beitrag zur Auschwitz-Befreiung
"BlickWechsel" mit Beitrag zur Auschwitz-Befreiung
Mehr als 25.000 Besucher haben bislang in Bayern die Wander-Ausstellung "BlickWechsel" gesehen, die das evangelische Dekanat bis 10. Februar in der Würzburger Stephanskirche zeigt. Die 60 Tafeln und Objekte beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Protestanten und Juden, decken christliche Vorurteile auf und beschreiben eine christliche Theologie, die das Judentum als "Mutterreligion" respektiert.
Der nationale Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft am 27. Januar setzt einen Schwerpunkt im Begleitprogramm. Unter dem Titel "Musik als Lebensretterin - eine Cellistin in Auschwitz" berichtet die fast 80-jährige Anita Lasker-Wallfisch ab 19.30 Uhr in der Neuen Universität über ihre Erfahrungen in der Lagerkapelle von Auschwitz und ihren fast aussichtslosen Kampf ums Überleben.
"Dabru Emet - Redet Wahrheit" gilt als bislang einzige offizielle jüdischer Antwort auf zahlreiche kirchliche Erklärungen zum christlich-jüdischen Dialog. Im September 2000 haben darin vier jüdische Gelehrte den Veränderungsprozess in den Kirchen gewürdigt. Anhand von acht Punkten zeigen sie, worin sich "ein dramatischer und beispielloser Wandel" in den christlich-jüdischen Beziehungen vollzogen hat. "Dabru Emet" wurde inzwischen von mehr als 200 Rabbinerinnen und Rabbinern unterschiedlicher Strömungen in den USA unterzeichnet.
Erstmals im Rahmen von "BlickWechsel", so Pfarrer Hans-Jürgen Müller (München) vom veranstaltenden Verein Begegnung von Christen und Juden wird zum Abschluss am 10. Februar im evangelischen Würzburger Bildungszentrum über dieses Dokument diskutiert. Referenten sind Rabbiner Henry G. Brandt und der katholische Theologieprofessor Hanspeter Heinz (beide Augsburg).


