Die Unruhe im Windsbacher Knabenchor geht weiter
Die Unruhe im Windsbacher Knabenchor geht weiter
Ex-Managerin verfasste Dossier mit Anschuldigungen
Die Turbulenzen um den Windsbacher Knabenchor halten an. Der Leitung der bayerischen Landeskirche in München liegt seit wenigen Tagen ein mehr als 30-seitiges Dossier mit Vorwürfen gegen das evangelische Elite-Ensemble vor, verfasst von der entlassenen Chormanagerin Christa Rey. Das wurde am Dienstag bei der Verhandlung des Arbeitsgerichts Ansbach über die Klage der Ex-Managerin gegen ihre Kündigung bekannt.
"In Windsbach werden Kinder an Körper und Seele und in ihrem Erleben von Kirche geschädigt", sagte Rey vor Gericht. Außerdem gehe die Leitung des Knabenchors unsachgemäß mit Kirchensteuermitteln um. Am Rande der Verhandlung wurde zudem deutlich, dass ehemalige Chorsänger und ihre Eltern weiterhin Chorleiter Karl-Friedrich Beringer körperliche Übergriffe vorwerfen, obwohl ihn eine umfangreiche interne Untersuchung erst Ende vergangenen Jahres vollständig entlastet hatte.
In Windsbach herrscht Empörung über die Anschuldigungen. Chorverantwortliche sprechen von einer haltlosen Kampagne. Obwohl die Vorwürfe unberechtigt seien, werde sich der Chor "jeder Überprüfung durch die Landeskirche stellen und daran mitwirken", versicherte Thomas Miederer, Direktor des Windsbacher Sängerdomizils, vor dem Arbeitsgericht.
Die Ex-Managerin hatte eine solche Erklärung gefordert, bevor sie einem Vergleich zustimmte: Christa Rey akzeptierte ihre Kündigung gegen 12.000 Euro Abfindung. Zugleich verpflichtete sie sich, ihre Vorwürfe nicht an die Öffentlichkeit zu tragen.
Er sei mit dem Vergleich nicht glücklich, aber zufrieden, sagte Miederer. Er hoffe, dass der Chor nun endlich wieder in Ruhe arbeiten könne. Aus anderen Gründen zufrieden äußerte sich die Ex-Managerin: "Mit Deckel drauf und alles gut ist es jetzt nicht mehr getan."
Der Windsbacher Knabenchor hatte sich Ende September 2004 überraschend von seiner Managerin getrennt und ihre Aufgaben einer externen Agentur übertragen. Als Grund wurden Sparzwänge genannt, nachdem die Landeskirche die Zuschüsse für um 265.000 Euro gekürzt hatte. Rey sprach dagegen von Mobbing.


