Die Geschichte des Klosters Heidenheim

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Die Geschichte des Klosters Heidenheim

(Chronologie)

Das Kloster Heidenheim gilt als Wiege der Christianisierung Frankens. Während sich die Klosterkirche seit mehr als 450 Jahren im Besitz der evangelischen Kirche befindet, gehört das 6.000 Quadratmeter große Kloster dem Freistaat Bayern. Der Evangelische Pressedienst zeichnet die wichtigsten Stationen in der Klostergeschichte nach:

- 752: Der heilige Wunibald (701-761) gründet das Benediktinerkloster als Missionsposten. Sein Bruder, der heilige Willibald (700-787), war der erste Bischof von Eichstätt, auch seine Schwester, die heilige Walburga (710-779) wirkte als Missionarin in Deutschland. Die Familie entstammte dem englischen Königshaus.

- 761: Walburga richtet nach Wunibalds Tod in Heidenheim nach angelsächsischem Vorbild ein Doppelkloster für Männer und Frauen ein. Sie übernahm die Klosterleitung.

- 778: Die erste Klosterkirche in Heidenheim wird geweiht. Ein Jahr zuvor war bereits die neu erbaute Krypta fertiggestellt. In der Krypta wurde Wunibalds Leichnam gebettet, Walburga fand 779 in der Kirche ihre letzte Ruhestätte.

- 790: Das einstige Benediktinerkloster wird nun von Kanonikern genutzt.

- 870: Beim Bau einer neuen Stiftskirche stoßen die Arbeiter auf das Grab von Walburga. Der Eichstätter Bischof Olgar ließ die Gebeine heben und nach Eichstätt überführen. Damit war auch Walburga heiliggesprochen.

- ab 1100: Unter dem Einfluss der Hirsauer Reformbewegung beziehen erneut Benediktiner das Kloster Heidenheim, nachdem die Kanoniker es um 1040 verlassen hatten. Zwischen 1182 und 1188 entstand unter den Benediktinern die dreischiffige Basilika, die zum großen Teil bis heute erhalten ist.

- ab 1427: Unter dem reformfreudigen Abt Wilhelm von Vestenberg wurde mit einem Neubau des Klostergebäudes begonnen, den sein Nachfolger Eberhard in seiner Amtszeit von 1446 bis 1482 abschloss.

- 1529: Der letzte Abt des Klosters verheiratet sich im Zuge der Reformation. Der Markgraf von Ansbach ernennt Balthasar Rösner daraufhin zum Titularabt, doch auch er konnte die Einhaltung der Mönchsregeln nicht mehr durchsetzen und trat 1536 zurück.

- 1551: Das Kloster kommt nach dem Tod des letzten Titularabtes unter Verwaltung des Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach. Mit seinem Übertritt zur Reformation und dem Tod des letzten Mönchs endet das Klosterleben in Heidenheim. Die Abtei- wird zur evangelischen Pfarrkirche. Der Markgraf nutzte das Kloster als Domizil.

- 1721: Das Kloster wird vier Jahre lang zum Verwaltungszentrum des Markgrafen umgebaut. Der spätgotische Kreuzgang bleibt jedoch zum größten Teil erhalten.

- 2000: Während das romanische Münster St. Wunibald bis heute die evangelische Kirche am Ort ist, wird das Klostergebäude größtenteils nicht genutzt. Die Marktgemeinde überlegt, wie sich Klostergebäude sinnvoll nutzen ließen. Gedankenspiele ergeben ein museales Konzept, doch es formieren sich bald mehrere Gruppen gegen solche Pläne.

- 2004: Der Freistaat Bayern kündigt im Internet an, die Klosteranlage Heidenheim an den Höchstbietenden zu versteigern.

- 2005: Eine Arbeitsgruppe des Dekanats und der Marktgemeinde Heidenheim beginnt mit der Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes für die Klostergebäude, nachdem der Freistaat die geplante Versteigerung ausgesetzt hat. Schnell ist klar, dass das Kloster zu einer Begegnungs-, Bildungs- und Dokumentationsstätte werden soll.

- 2006: Die Marktgemeinde und das evangelische Dekanat Heidenheim gründen im Dezember den Zweckverband "Kloster Heidenheim", um das Kloster für die Allgemeinheit zu bewahren und zu neuem Leben zu erwecken. Seither bemüht sich Heidenheims Dekan Klaus Kuhn mit dem Zweckverband um eine Finanzierung zur Sanierung der maroden Klostergebäude und für den Umbau zu einem modernen Begegnungs-, Bildungs- und Dokumentationszentrum. (0421)

(Artikel vom 01.03.2011)