Lepra weiter nicht besiegt
Lepra weiter nicht besiegt
Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe bittet weiter um Spenden (Termin 30. Januar)
Die Infektionskrankheit Lepra ist noch nicht besiegt. Darauf weist die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) Würzburg anlässlich des Welt-Lepra-Tages (30. Januar) hin. Im Kampf gegen die früher "Aussatz" genannte Krankheit seien zwar beträchtliche Erfolge erzielt worden, so DAHW-Geschäftsführer Jürgen Hammelehle, doch gerade deswegen bestehe die Gefahr der Vernachlässigung durch die Gesundheitsbehörden armer Länder.
Die internationale Hilfsorganisation (früher Deutsches Aussätzigen Hilfswerk) betreute nach eigenen Angaben 2003 rund 18 Prozent der von der Weltgesundheits-Organisation (WHO) weltweit registrierten 500.000 Lepra-Patienten. Zwei Jahre zuvor ging die WHO noch von 760.000 Patienten aus. "Die Zahlen täuschen eine falsche Sicherheit vor," warnt Hammelehle. Im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul mache sich die Unterschätzung der Lepra-Gefahr bereits bemerkbar. Während die Krankheit dort in den 90er Jahren nach WHO-Bewertung als "eliminiert" galt, weil pro 10.000 Einwohner weniger als ein Fall auftrat, sei es in jüngster Zeit zu einem deutlichen Anstieg der Neuerkrankungen gekommen.
Das DAHW hat im vergangenen Jahr mit rund 13 Millionen Euro 340 Hilfsprojekte in über 40 Ländern gefördert. Im Mittelpunkt standen Aufbau, Kontrolle und Beratung nationaler Lepra- und Tuberkulose-Programme. Afrika war mit 125 Projekten und 7,3 Millionen Euro Hilfsgeldern der Kontinent mit dem größten Bedarf. Schwerpunktland ist weiterhin Indien, mit 367.000 registrierten Leprapatienten im Jahr 2003. Das DAHW unterstützte dort fast 120 Lepra- und TB-Projekte mit über zwei Millionen Euro.
Die Zahl leprabedingter Behinderter wird nach Angaben Hammelehles weltweit auf bis zu vier Millionen Menschen geschätzt. Lepra, die unbehandelt zu Nervenschäden, irreparablen Verkrüppelungen und Erblindung führt, gilt seit 1985 bei rechtzeitiger Behandlung als heilbar. Einen Impfstoff gibt es nicht. Lepra gilt als Krankheit der Armut und der Unterentwicklung. Auslöser ist das Myobacterium leprae, das dem Tuberkulose-Erreger ähnlich ist.
Das Hilfswerk will seine Programme für Tuberkulose-Patienten in der "Dritten Welt" weiter verstärken. Lepra und TB werden auf ähnliche Weise behandelt. Mit Kombinations-Therapien sind beide Krankheiten innerhalb von sechs bis zwölf Monaten heilbar. Da TB oftmals auch als Folge der Immunschwäche Aids auftritt, versucht das DAHW in Afrika und Indien die Verbreitung von TB/HIV gemeinsam zu bekämpfen und bittet für seine Arbeit um Spenden. (www.dahw.de)


