Berufungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen Bischof Williamson im Juli
Berufungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen Bischof Williamson im Juli
Der Prozess gegen den umstrittenen britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson wegen Volksverhetzung geht in die nächste Runde. Die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Regensburg soll am 4. Juli stattfinden, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag auf epd-Anfrage mitteilte. Williamson war im April vergangenen Jahres in Abwesenheit vom Amtsgericht Regensburg zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden. Dagegen legte der Bischof Berufung ein.
Williamson hatte in einem Interview mit einem schwedischen Fernsehsender in Zaitzkofen bei Regensburg den Massenmord an Juden durch das NS-Regime bestritten. Darin hatte er unter anderem gesagt, er glaube nicht, "dass sechs Millionen Juden vergast wurden". Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Volksverhetzung eine Strafe über 12.000 Euro gefordert.
Ob der katholische Bischof von der erzkonservativen Pius-Brüderschaft diesmal zu der Verhandlung erscheinen werde, sei offen, sagte der Gerichtssprecher: "Ein persönliches Erscheinen kann nicht erzwungen werden." Eine Vorladung werde an seinen derzeitigen Wohnsitz in London adressiert. Wenn der Angeklagte nicht erscheine, müsse das Gericht entscheiden, ob in dessen Abwesenheit verhandelt oder das Berufungsverfahren verworfen werde, erklärte der Gerichtssprecher weiter.
Zum ersten Prozess war Williamson auch persönlich geladen worden, hatte sich aber offenbar auf Anraten der Pius-Bruderschaft von seinem damaligen Anwalt vor Gericht vertreten lassen. Das Urteil im April 2010 wurde in Abwesenheit des Bischofs ausgesprochen.
Zu der Verhandlung war es gekommen, nachdem der Bischof zuvor einen Strafbefehl über die Summe von 12.000 Euro abgelehnt hatte. In dem Verfahren hatte sein damaliger Verteidiger für Freispruch plädiert. Sowohl der Anwalt als auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung gegen das Urteil ein.
Das Berufungsverfahren musste bereits einmal verschoben werden. Williamson hatte einen neuen Anwalt mit seiner Verteidigung beauftragt und damit wiederum für Schlagzeilen als auch für Kritik innerhalb der Pius-Bruderschaft gesorgt. Angaben zum neuen Verteidiger machte das Landgericht Regensburg nicht. (0624)


