Evangelische Universität in San Salvador ausgeraubt
Evangelische Universität in San Salvador ausgeraubt
Wachmann ermordet / 30 Computer und Bargeld gestohlen
Die Evangelische Universität von San Salvador ist in der Nacht von Freitag auf Samstag ausgeraubt worden. Wie Mitarbeitern des evangelischen Dekanats München, das seit 1992 enge Beziehungen zur lutherischen Kirche in El Salvador pflegt, am Montag bekannt wurde, ist dabei der 46-jährige Wachmann Manuel de Jesus Martinez ermordet worden. Martinez wurde dem Anschein nach erst gefoltert und anschließend erhängt. Er hinterlässt drei Kinder. Seine Mörder raubten anschließend 30 Computer aus dem Rechenzentrum der Universität sowie sämtliches Bargeld aus den Einnahmen der Semestergebühren.
Hector Fernandez, Rektor der lutherischen Universität, sagte, die "barbarische" Ermordung Martinez' hätte "an die Handlungsweise der Todesschwadronen erinnert", die während des Bürgerkriegs bis 1992 die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt haben. Bischof Medardo Gomez kündigte an, neben den polizeilichen Ermittlungen auch Privatdetektive einzusetzen, um den Raubmord aufzuklären und die Täter zu bestrafen.
Die regierungskritische Lutherische Kirche von El Salvador wurde immer wieder bedroht, weil sie sich für die Armen im Land einsetzt und beispielsweise gegen die Privatisierung von Trinkwasser kämpft. Der Raubüberfall auf die Universität sei aber "noch nicht als politische Tat" zu bewerten, sagte Pfarrer Christoph Jahnel, Vorsitzender des El-Salvador-Ausschusses im Dekanat München.
Das evangelische Dekanat München pflegt seit 1992 eine Partnerschaft mit der Lutherischen Kirche von El Salvador. Zuletzt hat es ein Studentenwohnheim mit sieben Plätzen an der Universität von San Salvador finanziert. Zum dekanatsweiten Zentralamerika-Tag am 9. April wird Bischof Medardo Gomez erwartet.


