Gerichtspräsident zitiert zum Abschied Diakonissen
Gerichtspräsident zitiert zum Abschied Diakonissen
Das Lebensmotto Neuendettelsauer Diakonissen ("Mein Lohn ist, dass ich durfte") zitierte der Präsident des Bayerischen Verwaltungsgerichts Würzburg, Herbert von Golitschek (65), als er am Dienstag in der Würzburger Residenz von Innenstaatssekretär Georg Schmid in den Ruhestand verabschiedet wurde. Er sei dankbar, dass er in voller persönlicher und sachlicher Unabhängigkeit seinen Beruf als Richter ausüben durfte, betonte von Golitschek.
Dass ihm ein besonders hartnäckiger Kläger in einem der letzten Telefonate seiner Amtszeit "nichts gutes, nichts schlechtes, sondern das, was sie verdienen" gewünscht habe, lasse ihn auf eine ausgeglichene Bilanz seiner Tätigkeit hoffen, so der Jurist. Bedauern äußerte von Golitschek über die Reduzierung ehrenamtlicher Richter. Die Folgen der Justizreform in Bayern kommentierte er mit dem Hinweis, dass er dankbar "für die Gnade der frühen Geburt" sei.
Schmid, der Golitschek als integre Richterpersönlichkeit würdigte, wies darauf hin, dass sich die Bayerische Staatsregierung vergeblich gegen die "sachfremde Verlagerung" des Sozialhilferechts von den Verwaltungsgerichten an die Sozialgerichte gewehrt habe. Anerkennung zollte er den elf bayerischen Verwaltungsrichtern, die freiwillig für zunächst zwei Jahre an überlasteten Sozialgerichten aushelfen werden.
Als neuer Präsident des Würzburger Gerichts wurde Klaus Schiffczyk (56) eingeführt, zuletzt Vorsitzender Richter beim Verwaltungsgericht Ansbach und dort unter anderem für Asylrecht zuständig. Neuer Vizepräsident ist Werner Heermann (59), Vorsitzender Richter am VG Würzburg mit Erfahrungen beim Aufbau der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Thüringen.


