Bischof verlangt Fairness im Streit um Beringer

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Bischof verlangt Fairness im Streit um Beringer

Friedrich: Auf Prüfung der Vorwürfe durch die Justiz vertrauen

Der bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich hat im öffentlichen Streit um den Windsbacher Knabenchor und seinen Leiter Karl-Friedrich Beringer alle Beteiligten zu Fairness aufgerufen. Die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ansbach wegen angeblicher körperlicher und seelischer Misshandlung von Chorknaben seien eine "dringend notwendige Chance, dass alle bisherigen Gerüchte sachlich und objektiv geprüft und damit abschließend bewertet werden", erklärte er am Donnerstag in München.

Wer sich jetzt noch mit Mutmaßungen zu Wort melde, greife der Bewertung durch die Justiz vor. Friedrich: "Das brächte nur die Gefahr neuer Verletzungen mit sich und nützt letztlich niemandem." Der Bischof äußerte sich bestürzt über die "zum Teil fragwürdige Form der Unterstellungen", denen Beringer ausgesetzt sei. Zugleich unterstrich er die herausragende Bedeutung des Windsbacher Knabenchors und seines Leiters für das evangelische Bayern. Die inspirierende Verkündigung, die gerade auch Beringer am Herzen liege, sei von unschätzbarem Wert für das kirchliche Leben.

Friedrich zeigte sich besorgt darüber, wie stark die künstlerische Arbeit des Chores durch Spekulationen über angebliche Verfehlungen Beringers beeinträchtigt werde. Umso mehr müsse nun allen an einer Versachlichung des Verfahrens gelegen sein. Weitere Kommentare werde er nicht mehr abgeben.

Auf Grund einer Strafanzeige durch die Mutter eines Ex-Sängers ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den 57-Jährigen Musiker wegen Misshandlung Schutzbefohlener. Beringer lässt sein Amt derzeit ruhen. Der Elternbeirat und die aktiven Sänger haben sich uneingeschränkt hinter ihn gestellt. Die Verantwortlichen des Knabenchors sehen in der Anzeige den Gipfelpunkt einer schon seit mehreren Monaten andauernden Kampagne, die Beringer zum Amtsverzicht zwingen soll. Wegen der Vielzahl zu prüfender Zeugenaussagen sei mit einem schnellen Ende der Ermittlungen nicht zu rechnen, erklärte der Nürnberger Justiz-Pressesprecher Bernhard Wankel auf epd-Anfrage.

(Artikel vom 03.02.2005)