Migranten auf menschliche Art begegnen - Jugendmigrationsdienst Nürnberg wird 50

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Migranten auf menschliche Art begegnen - Jugendmigrationsdienst Nürnberg wird 50

Die Vorsitzende der Stadtmission Nürnberg, Gabriele Sörgel, wünscht sich eine "Willkommenskultur" in Deutschland, in der Menschen ohne Vorbehalte auf jugendliche Migranten zugehen. Zum 50-jährigen Bestehen des Jugendmigrationsdienstes Nürnberg forderte sie am Donnerstag außerdem, dass Schul- und Ausbildungsabschlüsse aus den Heimatländern anerkannt würden und Fragen zur Integration "fachlich und nicht emotional" diskutiert würden.

Der Jugendmigrationsdienst in Nürnberg wurde 1961 mit dem Namen "Jugendgilde" gegründet und unterstützte damals unter anderem junge Flüchtlinge aus der DDR. 2001 wurde die Einrichtung in "Jugendmigrationsdienst" umbenannt. Derzeit werden junge Menschen im Alter von zwölf bis 27 Jahren aus 27 verschiedenen Nationen betreut. Darunter sind Jugendliche aus dem Irak, der Türkei, Russland, aus der EU und afrikanischen Ländern.

Jugendlichen beim schwierigen Übergang zwischen Schule und Beruf, aber auch jungen Müttern und Arbeitslosen, zu helfen, sei Aufgabe des Jugendmigrationsdienstes, sagte Sozialpädagogin Elke Dörr. Sie sei sich sicher, dass Integration besser gelingen kann, wenn man Jugendlichen "auf menschliche Art begegnet".

Wassan Yousif Gargees aus dem Irak lebt seit neun Jahren in Deutschland. Sie habe mit Hilfe des Jugendmigrationsdienstes Selbstvertrauen gelernt, sagte sie. Ihr Schulabschluss sei in Deutschland nicht anerkannt worden. Mit Unterstützung von Dörr habe sie eine Ausbildungsstelle gefunden. Ende 2002 kam Reza Batorie als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland. Im Jahr 2009 wurde er von seiner Ausbildungsfirma übernommen.

Die Stadtmission betreibt den Jugendmigrationsdienst in einer Kooperation mit Caritas und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) (0735)

(Artikel vom 31.03.2011)