Landesbischof: Christen sollen sich mehr einmischen

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Landesbischof: Christen sollen sich mehr einmischen

Friedrich legt Landessynode seinen letzten Bericht vor - (mit Bild)

Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich hat die Christen dazu aufgerufen, sich stärker in die Gesellschaft einzubringen. "Wir sind als Christen in die Welt gesandt, und wir sind fähig, die gute Botschaft von der Liebe und Versöhnung Gottes den Menschen weiterzusagen", sagte Friedrich am Dienstag in seinem letzten Bericht vor der Landessynode in München. Seine zwölfjährige Amtszeit als Bischof endet im Oktober. Zu seinem Nachfolger hatte das Kirchenparlament der rund 2,6 Millionen bayerischer Protestanten am Montagabend den Bamberger Theologieprofessor Heinrich Bedford-Strohm (51) gewählt.

Mission sei der gemeinsame Einsatz der Christen für die Sache des Evangeliums, unterstrich Friedrich. Dazu gehöre Engagement für eine gerechte Globalisierung, gegenseitige kirchliche Unterstützung, Predigt, Gebet und die Verbreitung der Bibel und diakonisches Handeln.

Die Stärke einer Gesellschaft lasse sich daran bemessen, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht - mit Kindern, alten Menschen, Menschen mit Behinderungen und auch mit Flüchtlingen. In diesem Zusammenhang verwies Friedrich auf ein zu Jahresanfang überarbeitetes Strategiepapier des Diakonischen Werkes Bayern. Vom Prinzip der Sozialstaatlichkeit ausgehend zeige es, wie die Diakonie für Solidarität, Selbstverantwortung und die Sicherung des sozialen Friedens eintrete.

Nachdrücklich wandte sich Friedrich abermals dagegen, die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) auch mit Einschränkungen zuzulassen. Menschen dürften anderen nicht das Recht auf Leben absprechen oder nur das gesunde Leben für lebenswert zu halten. Schon jetzt sähen sich Eltern behinderter Kinder zunehmend unter Erklärungsdruck. Er hielte es für eine fatale gesellschaftlich Entwicklung, "nur das gesunde Leben für normal zu halten", betonte der Bischof. Bei der Präimplantationsdiagnostik wird ein durch künstliche Befruchtung gezeugter Embryo auf bestimmte Erbkrankheiten untersucht.

Mit Blick auf die Ökumene bilanzierte der Landesbischof in seinem Rechenschaftsbericht, dass ein festes ökumenisches Fundament bestehe. Es sei die beständige Zusammenarbeit, die das Vertrauen zwischen den Konfessionen schaffe. Zwischen dem Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, und ihm gebe es in der Ökumene einen kurzen Draht zueinander. Ihr Verhältnis sei unkompliziert und von gegenseitigem Vertrauen geprägt.

Wie Friedrich deutlich machte, sei es für eine abschließende Bilanz noch zu früh. In den kommenden Monaten stehe noch einiges an, "was ich weiterführen oder zu einem Ende bringen möchte", sagte er. Friedrich (62) will nach seiner Bischofszeit als Dorfpfarrer in Franken bis zu seiner Pensionierung weiter tätig werden. Seine Verabschiedung als Landesbischof ist am 30. Oktober geplant. (0796/b111160)

(Artikel vom 05.04.2011)