Künftiger Landesbischof nennt Münchner Kirchenküche Vorzeigeprojekt
Künftiger Landesbischof nennt Münchner Kirchenküche Vorzeigeprojekt
Bedford-Strohm sieht Möglichkeiten zur gerechten Teilhabe
Die Münchner Kirchenküche der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde am Harthof hat der künftige bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm als Vorzeigeprojekt gelobt. Die sozial-diakonische Arbeit dort ermögliche gerechte Teilhabe, sagte Bedford-Strohm am Mittwoch dem epd nach einem Besuch in der Einrichtung. Sie biete Menschen, die arm oder benachteiligt seien, die Möglichkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben.
In der Kirchenküche bereiten Hobbyköche für etwa 30 bis 50 Bedürftige drei Mal in der Woche eine warme Mahlzeit für einen Euro zu. Zugleich ist sie seit fast zehn Jahren ein Ort, an dem sich Menschen treffen und austauschen können. Der Besuch in der Kirchenküche fand während der Tagung der bayerischen Landessynode zum Thema "Missionarische Kirche sein" statt.
Die Kirche könne nicht gerechte Teilhabe in der Gesellschaft verorten, wenn sie nicht selbst die "Armen in den Gemeinden" im Blick habe, unterstrich der Sozialethiker Bedford-Strohm. Deshalb sei er von der Kirchenküche "sehr beeindruckt" und "sogar begeistert". Zugleich lobte er das dazugehörige Projekt der "Leseinsel". Denn es helfe Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund mit Lesepatenschaften" sich zu bilden. Bildung sei der Schlüssel zu Teilhabe, darin seien sich alle Experten einig, betonte der 51-jährige Bamberger Theologieprofessor.
Als ein Projekt von Menschen für Menschen würdigte der zuständige Oberkirchenrat für die Abteilung "Gesellschaftsbezogene Dienste" der Landeskirche, Detlev Bierbaum, die Kirchenküche. Es handele sich dabei um eine "wunderbare Gemeindearbeit", die Menschen erreicht, die sonst überhaupt keinen Kontakt zur Kirche bekämen. Zudem leiste Kirche damit einen wichtigen gesellschaftlichen und sozialen Beitrag. Hierin zeige sich, "dass Kirche nur dann Kirche ist, wenn sie für andere ist", betonte Bierbaum. (0812)


