Geschichte des Protestes in München
Geschichte des Protestes in München
Stadtweite Veranstaltungsreihe will Brüche aufzeigen
Studentenunruhen, Straßenschlachten, Demonstrationen oder Arbeitskämpfe: Die Geschichte des Protestes in München hat viele Facetten. Bis Juli wollen die Journalistin Andrea Naica-Loebell und die Kulturmanagerin Ruth Oppel dem Phänomen "Protest" in einer vielschichtigen Veranstaltungsreihe nachgehen. "Wir fragen nach den Orten des Protestes in München und möchten die Formenvielfalt aufzeigen", erklärte Kuratorin Oppl am Mittwoch in München.
Ziel sei es, die vergessenen Kapitel der Stadtgeschichte ins öffentliche Gedächtnis zurückzuholen. München sei keine "heimliche Protesthauptstadt", doch weise das Image als konservatives, gemütliches Millionendorf bei genauerer Betrachtung "viele Brüche und Sprünge auf", so Oppl.
Protest verstehen die Kuratorinnen als "öffentlich formulierte Kritik" und "Versuch, weniger und anders regiert zu werden". In diesem Sinne wolle die stadtweite Veranstaltungsreihe die Vielzahl der Münchner Protest-Aktionen aufzeigen und einzelne thematische Akzente setzen.
Das Münchner Stadtmuseum zeigt Fotos der Studentenunruhen an der Münchner Kunstakademie 1968 von Branko Senjor. Die Schwabinger Krawalle stehen im Mittelpunkt einer Schau in der Seidlvilla. In der Münchner Stadtbibliothek sind Zeichnungen aus dem "Protesthandbuch" von Sandra Benz und Vera Warter zu sehen.
In der Mohr-Villa in Freimann reflektiert eine Schau die Geschichte des Bürgerprotestes in München. An der Ludwig-Maximilians-Universität wird es eine Vortragsreihe geben über die Form und Funktion von Protest geben. Zum Programm mit über hundert Veranstaltungen gehören weiter Stadtrundgänge, Lesungen, Filmreihen und Aktionen.
Internet: www.protest-muenchen.de (0867)


