Glockenspiel für Würzburger Universitätskirche

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Glockenspiel für Würzburger Universitätskirche

Das dritte Carillon in Bayern wird installiert

Die als Aula der Würzburger Universität genutzte Neubaukirche erhält ein Carillon (Glockenspiel). Die 51 Glocken sollen in der kommenden Woche auf dem höchsten Kirchturm der Stadt installiert werden, teilte die Universität am Freitag mit. Nach dem Aschaffenburger Schloss und dem Münchner Olympiagelände ist der säkularisierte Sakralbau in der Innenstadt Standort des dritten Musikinstruments dieser Art in Bayern.

Die Würzburger Universität verfügt den Angaben zufolge künftig als erste und einzige deutsche Universität über ein Carillon . Die Kosten von 165.000 Euro bringen der Freistaat, die Universität und ein Förderverein auf. Die Glocken wurden in einer niederländischen Gießerei gefertigt. Die Größte hat einen Durchmesser von einem Meter, wiegt 635 Kilogramm und ist mit dem Wappen der Julius-Maximilians-Universität verziert. Die kleinste wiegt etwas über vier Kilogramm. Insgesamt gibt es in Deutschland bisher 37 Carillons.

Schalltechnisch gesehen, so der an dem Projekt beteiligte Glockensachverständige Siegfried Issig, sei das Carillon ein Musikinstrument mit profanem Charakter, das jedoch nur durch einen Glockenspieler, den Carilloneur, gespielt wird und keine Spielautomatik besitzt. Die Glocken eines Carillons sind in einer Stahlkonstruktion ähnlich eines Glockenstuhls fest aufgehängt. Nur die im Glockeninneren aufgehängten Klöppel bewegen sich. Sie sind mechanisch über Drahtzüge mit Tastenstöcken verbunden, die speziell ausgebildete Musiker bedienen.

Das Carillon erlebte im 17. Jahrhundert in den Niederlanden eine erste Blüte. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sind Originalkompositionen erhalten. Das Glockenspiel der Würzburger Neubaukirche wird im Frühjahr mit einem Konzert öffentlich vorgestellt. Neben dem konzertanten Einsatz zu bestimmten Zeiten im Monat und zu besonderen universitären Veranstaltungen soll es nach Angaben eines Sprechers auch "im Rahmen der traditionell reichen Musikpflege und der musikwissenschaftlichen Aktivitäten an der Universität genutzt werden".

(Lenz)

(Artikel vom 11.02.2005)