Konvent evangelischer Theologinnen: Protest gegen Suspendierung Hasenhüttls

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Konvent evangelischer Theologinnen: Protest gegen Suspendierung Hasenhüttls

Mit einem offenen Brief an den Trierer Bischof Reinhard Marx hat der bayerische "Konvent evangelischer Theologinnen" gegen die Suspendierung des katholischen Theologen Gotthold Hasenhüttl protestiert.

Hasenhüttl, der sein Priesteramt nicht mehr ausüben darf, weil er beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 das Abendmahl an evangelische Christen ausgeteilt hatte, habe im Sinne "gegenseitiger ökumenischer Gastfreundschaft" gehandelt. Eine solche gegenseitige Einladung zu Abendmahl und Eucharistie sei "Ausdruck gewachsener Gemeinschaft" und ohnehin in "vielen Gemeinden schon längst geübte Praxis", heißt es in dem Brief.

Kritik übten die Theologinnen auch an Wortwahl und Sprache der Begründungsschreiben für die Suspendierung. Indem dort unter anderem von einem "Straftatbestand" gesprochen werde, werde "kriminalisiert, was ein Akt der Liebe und der Treue zum Geist Jesu gewesen sei". Durch die Ausdrucksweise würden auch evangelische Christinnen und Christen "verunglimpft und kriminalisiert". Eine Ökumene auf der Ebene der Bischöfe und Bischöfinnen, die sich in Lippenbekenntnissen ergehe, im praktischen Alltag aber dieses Gesicht zeige, sei unglaubwürdig.

Der bundesweite Konvent evangelischer Theologinnen, zu dem auch der bayerische Konvent zählt, wurde 1925 in Marburg gegründet. Während sich der Verein früher um die Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt engagiert hat, geht es heute auch um den ökumenischen Austausch und gesellschaftspolitische Fragen.

(Artikel vom 13.02.2005)