Initiative der Kirchen für das Schulgebet
Initiative der Kirchen für das Schulgebet
Nicht Zwang, sondern Angebot für freie religiöse Entwicklung
Die beiden großen Kirchen in Bayern wollen das Schulgebet noch stärker fördern. Dabei gehe es nicht um eine Verpflichtung zu Gebet und Besinnung in der Schule, sondern um den Ausbau der schon vorhandenen Praxis, erklärten Oberkirchenrat Helmut Hofmann, Schulreferent im bayerischen Landeskirchenamt, und Prälat Erich Pfanzelt, der Leiter des für die sieben bayerischen Bistümer zuständigen Katholischen Schulkommissariats, am Montag bei einer Pressekonferenz in Neubiberg bei München.
Nach Einschätzung von Hofmann hat das Schulgebet in mehr als der Hälfte aller bayerischen Grund- und Hauptschulen seinen festen Platz. An Realschulen und Gymnasien seien es weniger, aber der vor Jahren voraus gesagte "Schüler-Atheismus" habe nicht Platz gegriffen. Es sei im Gegenteil ein neues Interesse an Gebets- und Meditationspraxis bei Schülern weiterführender Schulen und deren Eltern zu beobachten. Schulgebete würden nicht nur von Lehrern, sondern auch aus Schülerkreisen angeregt.
Ziel der Initiative für das Schulgebet sei es, "die freie und selbstständige religiöse Entwicklung der Schüler zu fördern", betonte Hofmann. Ein neues ökumenisches Gebete- und Liederbuch für die Grundschule mit dem Titel "Mitten unter uns" liefert Anregungen dazu. Eine bereits vorliegende Fassung von Gebeten und Gedanken zum Schulalltag an weiterführenden Schulen "Neuen Atem holen" wurde in überarbeiteter Form vorgelegt. Ökumenisch ist auch eine Arbeitshilfe für Lehrer "Beten und meditative Elemente als Beitrag zur Schulkultur" entstanden.
Prälat Pfanzelt betonte, dass der Einsatz der Kirchen für das Schulgebet mit der Betonung der Toleranz in religiösen und weltanschaulichen Fragen verbunden sei. "Schulgebet ist nicht Pflicht oder Zwang, es steht nach der Schulordnung im pädagogischen Ermessen des Lehrers, ob er den Unterricht mit einem Gebet oder einer anderen Form religiöser Besinnung beginnen wolle.


