Internationale Orgelwoche hat England im Blick

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Internationale Orgelwoche hat England im Blick

Programm des Nürnberger Musikfestes vorgestellt

Künstlerische Brücken zwischen England und Deutschland bestimmen die 54. Internationale Orgelwoche (ION) vom 23. Juni bis 3. Juli in Nürnberg. Als festliches Entree kündigte ION-Leiter Robert King bei der Präsentation des Programms am Dienstagabend eine musikalische Rekonstruktion der großen Feierlichkeiten des Jahres 1727 an, als der Kurfürst von Hannover in der Westminster Abbey zum König von England gekrönt wurde. Georg Friedrich Händel und seine englischen Zeitgenossen sind Thema eines weiteren Barockkonzerts.

Anlass zu ganz aktuellen Jubeltönen gibt der ION die erfolgreiche Rekonstruktion der Orgellandschaft in der Nürnberger Lorenzkirche. Nach der vom Bayerischen Rundfunk live übertragenen Orgelweihe mit Landesbischof Johannes Friedrich am 26. Juni demonstriert der Lorenzer Kantor Matthias Ank den neuen Raumklang. In einem zweiten Orgelkonzert mit deutschem und englischem Repertoire aus vier Jahrhunderten will der bekannte Organist Thomas Trotter alle Pfeifen zum Singen bringen.

Im Mittelpunkt der symphonischen Konzerte stehen zwei Meisterwerke des späten 19. Jahrhunderts: Die Nürnberger Symphoniker bilden mit Anton Bruckners 9. Symphonie den Auftakt zur ION, Musiker aus Krakau machen mit Gustav Mahlers "Auferstehungssymphonie" den Abschluss der insgesamt 15 Konzerte.

Um auch ein der Klassik entwöhntes Publikum anzulocken, geht die ION auf die Straße. Unter freiem Himmel zeigt sie auf Großleinwand Murnaus Stummfilm "Nosferatu", begleitet von live improvisierter Orgelmusik. Swing vom Feinsten steuert das Pasadena Roof Orchestra bei. Die potenziellen Konzertbesucher von morgen sollen mit einem erstmals veranstalteten Schulprojekt gewonnen werden. Schulklassen sollen die Orgel, so King, "als faszinierendes High-Tech-Instrument entdecken".

Nach den lauten finanziellen Wehklagen des letzten Jahres verfügt die ION 2005 über einen relativ gesicherten Etat von 475.000 Euro. Die um 20 Prozent gestiegenen Besucherzahlen und das entgegen allen Befürchtungen unverminderte Engagement der Sponsoren lassen die Verantwortlichen des Musikfestes wieder ruhiger schlafen. Näheres im Internet unter www.ion-musica-sacra.de.

(Artikel vom 15.02.2005)