Jugendhilfe ist für Kommunalpolitik nur "soziales Trallala"

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Jugendhilfe ist für Kommunalpolitik nur "soziales Trallala"

Streitgespräch zwischen Diakonie-Experten und Sprecher der Bayerischen Bezirke

Ignoranz im professionellen Bereich hat der Vorsitzende des Diakonischen Rates Bayern, Karl-Heinz Bierlein (Rummelsberg), in einem Streitgespräch mit dem Sprecher der sieben bayerischen Bezirke, Richard Bartsch (Ansbach) kritisiert. In sozialen Fragen wollten viele nicht wissen, "was vor sich geht, aber sagen, das ist zu teuer", beklagte Bierlein am Mittwochabend in Nürnberg zum Auftakt einer Reihe von "Diakonieforen" zum Jahresthema der Diakonie "Für Würde eintreten. Für Gerechtigkeit streiten". Der Sprecher der Bezirke hielt dagegen, dass sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben zu dramatischen Realitäten in Kommunen und Landkreisen führten.

Am Beispiel der Kinder- und Jugendhilfe verwies Bierlein auf eine "kleingeistige klein karierte kommunale Finanzpolitik": Die Vorbereitung entwicklungsgestörter Heranwachsender auf "normale Beschäftigungsverhältnisse" sei für etliche Ortspolitiker nur "soziales Trallala" am Rande von Haushaltsplanungen. Früher hätten vier von fünf Schulabgängern der Rummelsberger Diakonie Arbeit gefunden, heute sei es nur noch jeder Zweite.

Auf den Vorschlag Bierleins, Leistungserbringer und Kostenträger sollten in einer gemeinsamen Öffentlichkeitskampagne drastische Konsequenzen von Nullrunden deutlich machen, entgegnete Bartsch: "Bei den Wohlfahrtsverbänden ist noch nicht die Bereitschaft da, die letzten Karten auf den Tisch zu legen." Außerdem würden von den Trägern die Folgen von Finanzkürzungen nicht wirklich klargemacht.

(Artikel vom 17.02.2005)