Besserverdienende sollen Sozialstaat stärker mitfinanzieren
Besserverdienende sollen Sozialstaat stärker mitfinanzieren
Sozialverband VdK fordert obligatorische betriebliche Altersversicherung
Eine stärkere Belastung Besserverdienender zur Finanzierung des Sozialstaates hat der Vorsitzende des Sozialverbandes VdK Deutschland, Walter Hirrlinger (Esslingen), bei einer Tagung seines Verbandes in der Evangelischen Akademie Tutzing gefordert, die am Donnerstag zu Ende ging. Das Sozialstaatsprinzip verbiete eine Politik der einseitigen Lastenabwälzung auf Arbeitnehmer und schwächere Bevölkerungsteile.
"Marktwirtschaft pur heißt nichts anderes als mindestens ein Drittel unserer Gesellschaft der Armut zu überantworten", so Hirrlinger. Er forderte eine obligatorische betriebliche Altersversicherung für alle Erwerbstätigen nach Schweizer Vorbild. Ein Sündenfall in der deutschen Sozialpolitik sei es gewesen, die Kosten der Wiedervereinigung überwiegend aus dem Sozialleistungssystem und nicht über Steuern zu finanzieren.
Hirrlinger kündigte scharfen Widerstand seines Verbandes gegen alle Politiker an, die "den notwendigen Umbau des Sozialstaates zu einem einseitigen Abbau nutzen wollen und Klienteldenken vor die Beachtung des Sozialstaatsgrundsatzes stellen". Jede einzelne Maßnahme der Umgestaltung des Sozialstaates sei "diskussionswürdig", aber "die Summe der gleichzeitigen Einschnitte ist eine Grausamkeit".


