Hildegard Hamm-Brücher wird 90 Jahre alt

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Hildegard Hamm-Brücher wird 90 Jahre alt

Die frühere FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher wird an diesem Mittwoch (11. Mai) 90 Jahre alt. Viele Jahrzehnte lang gehörte die überzeugte Liberale zu den prägenden Figuren der Politik in Deutschland: Sie war Stadträtin in München und Staatssekretärin im hessischen Kultusministerium, danach wechselte sie als Staatssekretärin an das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, 1976 wurde sie von Dietrich Genscher als Staatsministerin ins Auswärtige Amt berufen. 1994 trat Hamm-Brücher gegen Roman Herzog bei der Bundespräsidenten-Wahl an. Wegen wachsender Differenzen zum Kurs der FDP verließ sie 2002 die Partei.

In ihrer Jugend erlebte die 1921 in Essen geborene Hildegard Brücher die nationalsozialistische Schreckensherrschaft persönlich. Weil ihre Großmutter, bei der sie einige Jahre nach dem frühen Tod ihrer Eltern aufwuchs, Jüdin war, wurde sie als "Halbjüdin" von dem Internat Salem verwiesen. Während ihres Chemie-Studiums in München kam sie in Kontakt mit der studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose" um die Geschwister Scholl. Als Vermächtnis der "Weißen Rose" sei es ihr immer ein Anliegen gewesen, für eine "menschenwürdige staatliche und gesellschaftliche Ordnung" einzutreten, betonte Hamm-Brücher später.

In ihren kirchlichen Ehrenämtern als Mitglied der bayerischen Landessynode, der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentags setzte sich die engagierte protestantische Christin vor allem für die Gleichberechtigung der Frauen ein. Hildegard Hamm-Brücher war verheiratet mit dem Juristen und CSU-Stadtrat Erwin Hamm (1909-2008), mit dem sie zwei erwachsene Kinder hat. (1061)

(Artikel vom 09.05.2011)