Diakonie Bayreuth will um Altenpflegeschule kämpfen
Diakonie Bayreuth will um Altenpflegeschule kämpfen
Das Diakonische Werk Bayreuth will die drohende Schließung seiner Altenpflegeschule mit juristischen Mitteln verhindern. Nach dem Willen der Regierung von Oberfranken solle die Ausbildungsstätte zum Ende des laufenden Schuljahres geschlossen werden, teilte die Bayreuther Diakonie am Dienstag mit. In einem schriftlichen Bescheid habe die Aufsichtsbehörde im April der kirchlichen Berufsfachschule mit Wirkung vom 1. August die schulaufsichtliche Genehmigung und Anerkennung entzogen.
Gegen diese Entscheidung werde die Diakonie Bayreuth Widerspruch einlegen, kündigten der geschäftsführende Diakonievorstand Uwe Manert und der Verwaltungsratsvorsitzende, Bayreuths evangelischer Dekan Hans Peetz, in einer gemeinsamen Stellungnahme an. Ein Widerspruch ermögliche für beide Seiten, noch einmal miteinander ins Gespräch zu kommen.
Den Angaben der Diakonie zufolge habe die Bezirksregierung als Gründe unter anderem "wiederholte Fehler bei der Anstellung von Lehrpersonal" und dessen pädagogischer Qualifikation sowie Verstöße gegen die Aufnahmekriterien von Schülern angeführt. Auch seien die Räumlichkeiten den Klassenstärken und Jahrgangsgrößen nicht angemessen. Probleme habe es darüber hinaus bei mit der "Art und Weise der Führung der Schulleitung" und der "grundsätzlichen Einhaltung von Vorgaben, Regularien und Teilen der Schulordnung" gegeben.
Entsprechende Hinweise und Mahnungen seien schon früher "nicht genau beachtet" worden, räumt die Diakonie in ihrer Stellungnahme ein. Zwar sei die verantwortliche Schulleiterin Maria Hebart-Herrmann umgehend von ihrer Aufgabe suspendiert worden. Auch habe die Diakonie in Gesprächen mit der Aufsichtsbehörde ein neues Schulgebäude sowie ein "nachvollziehbares Kontroll- und Kommunikationskonzept" in Aussicht gestellt. Der "Grad der Verstöße und das beschädigte Vertrauen" seien freilich ausschlaggebend dafür gewesen, dass die Aufsichtsbehörde an ihrem Widerruf festgehalten habe.
In ihrer Erklärung verweist die Bayreuther Diakonie darauf, dass aus berufspolitischen wie gesellschaftlichen Gründen die Schließung einer Ausbildungsstätte gerade im Bereich der Pflege von alten und kranken Menschen "für Oberfranken denkbar ungünstig" sei. Auch mit Blick auf die betroffenen Schülerinnen und Schüler sei der Vorgang "für die einzelnen emotional sehr belastend und für die Diakonie schmerzhaft". Falls die Bemühungen um den Erhalt der Ausbildungsstätte erfolglos bleiben sollten, ist nach Auskunft der Diakonie geplant, die Bayreuther Schülerinnen und Schüler in den nächsten Wochen an andere Altenpflegeschulen in der Region zu vermitteln.
Auf epd-Anfrage wollte sich die Pressesprecherin der Bezirksregierung, Corinna Boerner, nicht zu dem konkreten Fall äußern. Allgemein gelte für Berufsfachschulen in privater Trägerschaft, dass sie nur mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde errichtet und betrieben werden dürften.
Die Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe hatte ihren Betrieb am 1. April 1989 aufgenommen, damals noch als Zweigstelle der Altenpflege der Diakonie Bamberg. 1990 übernahm Maria Hebart-Herrmann, studierte Theologin und Diplom-Psychologin, die Leitung der Einrichtung. Seit der Gründung haben dort rund 350 Schülerinnen und Schüler die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. In Oberfranken unterhalten noch das Diakonische Werk Bamberg-Forchheim und die Diakonie Hochfranken jeweils eine Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege. (1076)


