Immer mehr kirchliche Mitarbeiter leiden unter Burn-out oder Mobbing
Immer mehr kirchliche Mitarbeiter leiden unter Burn-out oder Mobbing
Verbände fordern erneut Runden Tisch "Mobbing" - (epd-Gespräch)
Mit Burn-out und Mobbing kämpfen immer mehr Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen. Darauf hat der Geschäftsführer des evangelischen "Vereins kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bayern" (VKM), Diakon Gerd Herberg (Augsburg), aufmerksam gemacht. "Es ist dringend nötig, dass diese Probleme wahrgenommen werden" sagte er am Montag in einem epd-Gespräch. Dies habe kürzlich auch eine Mitgliederversammlung in Nürnberg zu diesen Stressfaktoren deutlich gemacht.
"Überall dort, wo die Stressfaktoren immer höher werden, kommt es zu Burn-out oder Mobbing", erklärte Herberg. In vielen kirchlichen Einrichtungen würden die Personalschlüssel gesenkt, um Geld einzusparen. Das gleiche Arbeitsvolumen müsse dann oft von weniger Mitarbeitern bewältigt werden. Gerade in kirchlichen Einrichtungen habe man besonders Gemeindemitglieder, Klienten oder Bewohner im Blick. "Der kirchliche Mitarbeiter dagegen hat zu funktionieren", sagte der Diakon weiter.
Er selbst müsse immer häufiger hilfesuchende Mitglieder nicht nur rechtlich beraten, sondern ihnen auch in Fragen der Stressbewältigung und Konfliktlösung zur Seite stehen, so Herberg. Klagen über zu hohe Arbeitsbelastung in den Einrichtungen und Gemeinden würden Vorgesetzte oft abtun. Drei Seminare, die der VKM im vergangenen Jahr zum Thema "Mobbing" angeboten habe, seien schnell ausgebucht gewesen. Offiziell käme in der Landeskirche aber das Thema "Mobbing" nicht vor.
Der VKM, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) in Nürnberg, der Pfarrerverein und die Arbeitsstelle für konstruktive Konfliktbearbeitung "kokon" wollten nun erneut versuchen, einen schon seit zwei Jahren von der Landessynode geforderten "Runden Tisch Mobbing" durchzusetzen. "Wir erwarten endlich ein Zeichen von der Landessynode, damit wir die Arbeit aufnehmen können", sagte Herberg. (1124)


