Mehrere hundert Teilnehmer bei Warnstreiks an fünf Tageszeitungen
Mehrere hundert Teilnehmer bei Warnstreiks an fünf Tageszeitungen
Mehrere hundert Beschäftigte von bayerischen Tageszeitungen haben am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt. Von den Warnstreiks waren nach Angaben des Bayerischen Journalistenverbandes (BJV) fünf Verlage in Bayern betroffen. Man sei "sehr zufrieden mit der Zahl der Teilnehmer", sagte BJV-Sprecher Bernd Aumiller. Vor allem damit, dass rund die Hälfte der Streikenden Redakteure gewesen seien. "Die sind in der Regel nicht so streikbereit wie andere Mitarbeiter", sagte er.
An den Streiks beteiligten sich nach BJV-Angaben rund 600 Redakteure, Verlagsangestellte und Drucker der Süddeutschen Zeitung mit ihren Außenredaktionen sowie der Boulevardzeitung tz. In Nürnberg nahmen mehr als 100 Angestellte aus allen Produktionsbereichen der Verlage der Nürnberger Zeitung und der Nürnberger Nachrichten teil. Beim Main-Echo in Aschaffenburg traten rund 110 Angestellte in den befristeten Ausstand. Rund die Hälfte der Streikenden waren jeweils Redakteure.
Hintergrund für die Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen. Laut BJV fordern die Verhandlungsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) Tarifabsenkungen in einer Höhe von rund 30 Prozent. Beim Verband Bayerischer Zeitungsverleger, dem Landesverband des BDZV, sieht man das naturgemäß anders. Der Verband wirft den Gewerkschaften vor, konsequent die veränderte wirtschaftliche Situation der Verlage auszublenden.
Redakteure seien eine "sehr gut bezahlte Berufsgruppe mit einer hervorragenden Altersabsicherung und sie werden es auch bleiben", heißt es in einer BDZV-Mitteilung. Den Gewerkschaften zufolge stehen für die Verleger ein Teil des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes zur Disposition, zudem soll die Zahl der Urlaubstage begrenzt werden und die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden steigen. Zu den Warnstreiks hatte der BJV gemeinsam mit der Gewerkschaft verdi aufgerufen. (1161)


