Junge Liberale diskutieren über Trennung von Kirche und Staat
Junge Liberale diskutieren über Trennung von Kirche und Staat
Die Trennung von Staat und Kirche ist eines der Schwerpunktthemen der bayerischen Jungen Liberalen (Juli) bei ihrer Landeskonferenz am Wochenende in Würzburg. Die FDP-Nachwuchsorganisation berät auf ihrer Tagung in einem katholischen Pfarrheim unter anderem Anträge zur Abschaffung des Beamtenstatus für kirchliche Angestellte sowie die Einführung eines Streikrechtes für Angestellte kirchlicher Dienste.
Der Bezirksverband Mittelfranken und der Kreisverband Erlangen wählen in ihrem Antrag zur Abschaffung des Beamtenstatus harsche Worte. Einigen Diakonen wird vorgeworfen, sich "auf ihren fetten Ärschen " auszuruhen, während in den von ihnen verwalteten Kliniken unwürdige Zustände für Patienten und Angestellte herrschten. Abgesehen davon habe "die Kirche im Staat nichts verloren", heißt es.
Im zweiten Antrag der beiden Verbände wird für kirchliche Mitarbeiter ein Streikrecht gefordert. Die Argumentation, Angestellte kirchlicher Dienste sollten sich aus Nächstenliebe und ihrem Glauben heraus für ihre Arbeit aufopfern und hätten daher kein Streikrecht sei "unhaltbarer Schwachsinn", heißt es in dem Antrag. Gerade im Pflegebereich öffne das Streikverbot der Ausbeutung der Angestellten Tür und Tor. Das kirchliche Personal sei "per Gesetz mundtot", beklagen die Antragsteller.
Der Juli-Landesvorsitzende Stefan Siegle sagte dem epd am Donnerstag, die Nachwuchsorganisation pflege zwar gute Kontakte zur evangelischen und katholischen Kirche, aber am Ziel der Trennung von Staat und Kirche halte man fest. Dies sei freilich noch ein langer Weg, man sei aber bereit, diesen zu gehen. Bis Sonntag erwarten die Jungen Liberalen bis zu 150 Teilnehmer bei ihrer 77. Landeskonferenz. (1215)


