Gewaltdarstellungen im Fernsehen werden immer realistischer
Gewaltdarstellungen im Fernsehen werden immer realistischer
Studie: Fakten und Fiktionen häufig vermischt
Gewaltdarstellungen im Fernsehen werden immer realistischer und vermischen häufig Fakten und Fiktionen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) und der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) am Donnerstag in München vorgestellt wurde. Untersucht wurden knapp 2.000 Sendungen und rund 5.000 Programmtrailer von zehn verschiedenen Fernsehprogrammen.
Im Fernsehen gehöre Gewalt zum "festen Bestandteil einer männlichen Welt", sagte Studienleiterin Petra Grimm bei der Präsentation. Jungen bekämen dadurch stereotype Konfliktlösungsmuster offeriert. Auch werde Gewalt im Fernsehen nur selten kritisiert. Es bleibe den Zuschauern überlassen, diese zu bewerten. Dies könne vor allem für jüngere Zuschauer problematisch sein.
Als besonders kritisch bewertet die Studie die Vermischung von Fakten und Fiktionen. Fiktionale Gewaltdarstellungen könnten von jungen Zuschauern als Abbild realer Gewalt missverstanden werden, da schwer zu erkennen sei, was inszeniert oder authentisch sei. Durch eine Emotionalisierung und Dramatisierung von realer Gewalt erhöhe sich das negative Wirkungspotenzial.
Insgesamt kam in über der Hälfte aller untersuchten Sendungen mindestens eine Gewaltdarstellung vor, so Grimm. Den größten Anteil hatten dabei Reality-TV-Sendungen sowie Fernseh- und Kinofilme. Unterhaltungsformate zeigten Gewalt häufig im Kontext von "Alltag und Familie" sowie "Ehe und Beziehung". Es sei nicht auszuschließen, dass "jüngere Zuschauer die mediale Gewalt im privaten Bereich auf ihre eigene Lebenswelt beziehen und möglicherweise mit Angst reagieren", so Grimm.


