"Geiz ist geil" - bis ins Grab
"Geiz ist geil" - bis ins Grab
Pfarrkonferenz: Das Geld bestimmt immer stärker die Bestattungskultur
Pfarrer und Bestattungsunternehmen beobachten nach den Worten des Bayreuther Dekans Hans Peetz als "Partner" besorgt den gegenwärtigen Wandel der Bestattungskultur. Vor der evangelischen Pfarrkonferenz in Gesees (Landkreis Bayreuth) wies der Bayreuther Bestattermeister Alexander Christ auf einen ausgeprägter Trend zur Anonymisierung und zur Billigbeisetzung hin. Das Motto "Geiz ist geil" gelte immer häufiger auch beim Abschied von einem geliebten Menschen".
Zunächst ging der Referent auf die starke Zunahme von Feuerbestattungen ein, die in Bayreuth bereits einen Anteil von siebzig Prozent erreicht haben. Dagegen dominieren in der katholisch geprägten Bamberger Region noch immer die Erdbestattungen. Über anonymen Bestattungen, bei denen kein Angehöriger mehr zugegen ist, sagte Christ: "Das ist nicht die Art und Weise, wie wir mit Tod und Trauer umgehen sollten."
Bei solchen neuen Formen geht es nach seiner Beobachtung meist "um Geld, Bequemlichkeit und Faulheit". Eine Bestattung erscheine manchen als etwas Unproduktives.
Nicht selten werde ein minimaler Aufwand beim letzten Gang von älteren Menschen mit dem Satz begründet: "Ich möchte meinen Kindern keine Arbeit machen." Der Gedanke, jemandem zur Last zu fallen, und sei es nach dem eigenen Tod, ist Christ zufolge für manchen eine quälende Vorstellung: Pflegeleicht soll es sein, und schnell soll es gehen.
Die Frage, ob auch ein Sozialhilfeempfänger Anspruch auf ein christliches Begräbnis hat, wurde vom Bayreuther Dekan Hans Peetz ausdrücklich bejaht. Dies entspreche auch der Sozialgesetzgebung. "Wer Christ ist, muss auch christlich bestattet werden - es sei denn, dass er dies ausdrücklich ablehnt." Für Sozialhilfeempfänger ist die "ortsüblich günstigste Bestattung" vorgesehen, die eine christliche Trauerfeier mit einschließt.


