Flüchtlingsrat protestiert gegen geplante Abschiebung eines Georgiers
Flüchtlingsrat protestiert gegen geplante Abschiebung eines Georgiers
Konstantin Gvasilia ist in München-Stadelheim in Hungerstreik getreten
Der Bayerische Flüchtlingsrat protestiert gegen die geplante Abschiebung eines Studenten aus Georgien. Konstantin Gvasalia wurde nach Mitteilung des Flüchtlingsrates vom Donnerstag am 13. Februar in Abschiebehaft in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim genommen. Seit dieser Zeit befinde er sich im Hungerstreik und sei derzeit in der Krankenstation der Haftanstalt untergebracht.
Nach Aussage der evangelischen Theologin und Mitarbeiterin des Flüchtlingsrates Sabine Böhlau, die den Fall für den Flüchtlingsrat betreut, ist Gvasilia, der an der Münchner Universität eingeschrieben ist, ein Studienwechsel von der orthodoxen Theologie zur Geschichte zum Verhängnis geworden. "Für eine Handlung, die eine Instanz (Universität) zulässt, wird man von einer anderen (Auslandsamt) bestraft; Herr Gvasalia wurde Schritt für Schritt zu einem Illegalen gemacht", heißt es in einer Resolution eines "Freundeskreises von Konstantin Gvasalia", die der Flüchtlingsrat verbreitet hat.
Der 34-jährige, der nach eigener Aussage in seiner Heimat zwei Studienabschlüsse als Diplom-Historiker und Diplom-Kinodramaturg gemacht und für georgische Zeitungen gearbeitet hat, äußert in einer schriftlichen Erklärung Unverständnis für seine geplante Abschiebung: "Die Hartnäckigkeit der Behörden, die mir auf keinen Fall die Möglichkeit geben wollen, mein Studium zu beenden, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ist mein 'Verbrechen' schwerer als Körperverletzung, Passfälschung, Diebstahl? Ich kenne abertausend Fälle von Studenten vom Ostblock, die mit diesen Verbrechen Aufenthaltsbewilligungen erhalten haben."


