Ingolstädter Protestanten gegen verkaufsoffene Sonntage
Ingolstädter Protestanten gegen verkaufsoffene Sonntage
900 Berufsschüler ohne Religionsunterricht
Die Synode des evangelischen Dekanatsbezirks Ingolstadt hat mit drei Enthaltungen einen Antrag angenommen, die "verkaufsoffenen Sonntage" in der Region weiter abzulehnen. Dekan Heinz Schmeckenbecher wurde beauftragt, diesen Beschluss in der neu gegründeten regionalen Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) zu vertreten.
Als "Skandal" bezeichnete der Dekan den Ausfall von Religionsunterricht an Beruflichen Schulen in Ingolstadt. Auf Grund von staatlichen Sparmaßnahmen finde dort derzeit überhaupt kein Religionsunterricht mehr statt. Rund 900 Schülerinnen und Schüler seien unversorgt. Verträge mit nebenberuflichen Religionskräften seien "leider vom Staat nicht verlängert worden".
In einem Grußwort an die Synode hob Regionalbischof Hans-Martin Weiss (Regensburg) die Bedeutung des evangelischen Religionsunterrichts hervor. Es gehe in Zukunft um "das präzise Wissen über Basisfakten des Christentums und die Unterschiede, die sich zwischen Christentum und Islam auftun". Diese Aufgabe erfordere viel Aufmerksamkeit und missionarisches Engagement. Weiss forderte ferner seine Pfarrerkollegen dazu auf, Predigten "anschaulicher und verständlicher und die Dramaturgie des Gottesdienstes auf die Wahrnehmungsmöglichkeiten der Menschen hin zu gestalten".


