Fernsehen und Werbung nehmen älteres Zielpublikum in den Blick
Fernsehen und Werbung nehmen älteres Zielpublikum in den Blick
Tutzinger Medientage zum Thema "Generation 50 Plus"
Die Fernsehsender setzen zunehmend auf ein älteres Publikum. Wie Medienexperten auf den "Tutzinger Medientagen", die am Dienstag zu Ende gingen, übereinstimmend betonten, gewinnt die Gruppe der 40- bis 60- Jährigen als der aktiven Mitte der Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Das Fernsehen werde in den nächsten Jahren von den Themen Familie, Service, Ratgeber, Kultur und Information bestimmt, sagte Axel Schwanebeck, Pressereferent der Evangelischen Akademie Tutzing, die zusammen mit dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik GEP (Frankfurt) die Medientage ausrichtet, gegenüber epd. Diese neue Gewichtung des Programms werde auf Kosten von bisherigen Quoten-Rennern wie Formel 1, Boxen und Comedies gehen, weil ein älteres Publikum nicht an "Blödeleien" interessiert sei.
Die Umschichtung der Zielgruppe wird sich auch auf die Werbung auswirken. Wie Christoph Wild von der ARD-Werbegesellschaft "Sales Services" sagte, gehöre der "altersübergreifenden Werbung" die Zukunft. Ältere Bevölkerungsgruppen bräuchten allerdings ausführlichere Produktinformationen als jüngere Zuschauer. So komme beispielsweise eine Werbung, die Handys als "Abspielstation für Klingeltöne" anpreise, bei Älteren nicht an. Daniel Haberfeld, Director Research SevenOne der Gruppe PRO7-SAT1 betonte hingegen, dass die Privatsender nach wie vor das Segment der 14 bis 49-Jährigen im Blick hätten. Eine Prognose über das Fernsehen der Zukunft sei nicht möglich, da die Auswirkungen von Digitalisierung und Bezahlfernsehen nicht abzusehen seien.
Der Moderator Max Schautzer beklagte bei den Medientagen, dass ältere Schauspieler bei den Sendern wenig Chancen hätten. Es sei für ihn "unverständlich", dass er bei dem Südwestfunk (SWR) wegen seines Alters nicht mehr moderieren dürfe. Die Schauspielerin Senta Berger forderte die Drehbuch-Autoren auf, mehr Rollen für ältere Schauspieler zu schreiben.


