Kirchenbank trennt sich von Vorstandssprecher
Kirchenbank trennt sich von Vorstandssprecher
Zweiter Führungswechsel bei Acredobank in nur vier Jahren
Die evangelische Acredobank in Nürnberg hat sich nach nur zwei Jahren von ihrem Vorstandssprecher Volker Hohmann getrennt. Hohmann werde sich neuen Herausforderungen zuwenden, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der Kirchenbank, der landeskirchliche Finanzreferent Oberkirchenrat Claus Meier, gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Suche nach einem Nachfolger laufe bereits. In der Zwischenzeit sei die Arbeit der Bank ohne Einschränkung gewährleistet.
Der ausgeschiedene Bankdirektor wollte sich zu den Gründen nicht äußern. Er werde sich an das mit Meier vereinbarte Stillschweigen halten, sagte er am Donnerstag auf epd-Anfrage. In seiner zweijährigen Tätigkeit sei es ihm gelungen, die Bank von einem deutlichen Minus beim Betriebsergebnis ins Plus zu bringen. "Das zeigt, dass meine Arbeit in Ordnung war" betonte er.
Schon 2002 hatte der Aufsichtsrat der Acredobank die damaligen Vorstände Michael Becker und Matthias Neuner geschasst, nachdem misslungene Ausflüge der Kirchenbank in die gewerbliche Wirtschaft zu einem Debakel geführt hatten. Rund 13 Millionen Euro Rücklagen gingen dabei verloren. Ziel des Konsolidierungskurses unter dem neuen Vorstandssprecher Hohmann war die Rückbesinnung auf den angestammten Kundenkreis aus Kirche, Diakonie und Caritas. Wegen staatlicher Sparmaßnahmen stecken die Wohlfahrteinrichtungen jedoch selbst in der Krise.
Die Risikosituation im Kreditgeschäft habe sich erheblich verschlechtert, hatte der Genossenschaftsverband Bayern im vergangenen Sommer bei der Prüfung des Jahresabschlusses 2003 festgestellt. Die Ertragslage der Acredobank sei nicht mehr ausreichend und die Vermögenslage äußerst angespannt. Im Geschäftsbericht war von wackeligen Immobilienkrediten an außerkirchliche Kreditnehmer die Rede. Hohmann selbst hatte zudem auf "latente Risiken in erheblichem Umfang bei den Kunden im Sozialbereich" hingewiesen. 2003 verzeichnete die kirchliche Genossenschaftsbank eine Bilanzsumme von 773 Millionen Euro. Die rund 18.000 Kunden sind zumeist kirchliche Mitarbeiter und Institutionen aus Kirche und freier Wohlfahrtspflege.


