Homosexuellensegnung als Gotteslästerung bezeichnet
Homosexuellensegnung als Gotteslästerung bezeichnet
Ex-Bundesminister Hans Apel kritisiert evangelische Kirche
Der frühere SPD-Bundesminister Hans Apel hat die kirchliche Segnung homosexueller Paare als "Blasphemie gegenüber der von Gott gebotenen Ehe" kritisiert. Die Kirche müsse sich vom Zeitgeist abwenden und auf den eigentlichen Auftrag des Evangeliums besinnen, forderte der 73-Jährige im Gespräch mit der evangelischen Wochenzeitung "Sonntagsblatt" am Sonntag in Neuendettelsau. Apel, der unter Kanzler Helmut Schmidt Finanzminister und Verteidigungsminister war, hielt auf Einladung der konservativen "Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis" Vorträge in Mittelfranken.
In der nordelbischen evangelischen Landeskirche, die er 1999 unter Protest verlassen hatte, werde er nicht zu Vorträgen eingeladen, sagte Apel. "Dort lohnt es sich eigentlich nicht mehr zu kämpfen." In Bayern dagegen, wo die evangelische Kirche in wichtigen moralischen Fragen unentschieden sei, könnten die konservativen Christen noch gegensteuern. "Ich wäre aus der bayerischen oder württembergischen Kirche sicher nicht ausgetreten", sagte er. Verlassen habe er eine Kirche, die "der Sünde anheim gefallen" sei.
"Das Evangelium gilt!", betonte der Ex-Minister. Das Verbot zu töten und das Verbot des Ehebruchs seien klare Anweisungen, zu denen sich die Kirche bekennen müsse. Seit seinem Kirchenaustritt 1999 gehört Apel einer Freikirche an. Seinem Unmut über politisierende Pfarrer und moralische Verirrungen machte er in dem Buch "Volkskirche ohne Volk" Luft. "Maulkörbe lasse ich mir nicht umhängen", begründete er seine Vortragsreise. Jede Organisation, die ihm die Chance zu missionarischem Wirken gebe, sei ihm willkommen.


