Übungsleiter-Stunden: Nürnberger Pflegeheim will Auszubildende besser betreuen

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Übungsleiter-Stunden: Nürnberger Pflegeheim will Auszubildende besser betreuen

Mit einer neuen Idee will ein Altenheim in Nürnberg junge Auszubildende in der Altenpflege besser fördern. Wie der Leiter des Rummelsberger Stifts St. Lorenz, Diakon Dieter Pflaum, dem epd sagte, hat sich am Vorabend ein "Förderverein" gegründet. Der Verein will Pflegefachkräften zusätzlich sogenannte "Übungsleiter-Stunden" bezahlen, in denen sie den Pflegenachwuchs betreuen können. Rund 40 Angehörige von Bewohnern seien an einer Vereinsmitgliedschaft mit 20 Euro Jahresbeitrag interessiert. Eine Einzelspende von 2.000 Euro sei ihm zur Gründung versprochen, sagte Pflaum.

"Junge Menschen in der Pflege, die gerade volljährig sind, sind noch nie mit dem Tod konfrontiert gewesen oder müssen mit den Stimmungsschwankungen demenzkranker Bewohner zurechtkommen", erklärte Pflaum. Auf solche Situationen müssten die Betreuer ihre Schüler vorbereiten, hätten dafür aber selten Zeit. Mit dem Projekt möchte Pflaum, wie er sagt, den Teufelskreis durchbrechen, in dem unzufriedene Pflegekräfte nach wenigen Berufsjahren wieder ihren Beruf aufgeben. Erschreckt habe ihn der Nürnberger Heimbericht 2010, der beklagt, dass bereits in acht von 78 Heimen in Nürnberg über die Hälfte der Mitarbeiter keine Fachkräfte sind.

Aufgebaut sei das neue Projekt auf der "Übungsleiterpauschale", erklärte Pflaum. Die aus Sportvereinen bekannte Regelung erlaube Personen, die sich für die Ausbildung engagierten, eine steuerfreie Pauschale von 15 Euro pro Stunde bis zu einem Jahresbetrag von 2.100 Euro. Er habe das Konzept von einer Steuerberaterin prüfen lassen, versicherte Pflaum.

Die betroffenen Pflegefachkräfte im Rummelsberger Stift reagierten positiv auf die Idee. "In der Praxis haben wir kaum Zeit den Auszubildenden Anleitungen zu geben", erklärte Projektleiterin Heidrun Martini. Kollegin Renate Schleicher erzählt von ihrem schlechten Gewissen, wenn sie sich mit ihren Schützlingen beschäftige und ihre Kollegen bei der täglichen Arbeit nicht unterstützen könne. Sonja Riebel sieht in dem Projekt eine Investition in die Zukunft: "Die Schüler werden sicherer und können früher auch einmal etwas alleine machen." (1512)

(Artikel vom 07.07.2011)