Katholische Kirche startet Dialogprozess in Mannheim

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Katholische Kirche startet Dialogprozess in Mannheim

Kardinal Marx: Kirche ist kein politischer Verein

Die katholische Kirche sucht bei einem zweitägigen Gesprächsforum in Mannheim Wege aus der Vertrauenskrise. Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, warnte im Deutschlandfunk davor, dass Machtfragen den Dialogprozess bestimmen könnten. "Wir sind in einer Zeit des Umbruchs." Doch werde die katholische Kirche nicht neu erfunden.

Der Dialogprozess solle eine Ermutigung sein und analytisch der Frage nachgehen "Was will der Herr, was will uns Jesus in dieser Stunde sagen?", so Marx weiter. Entscheidend sei der "geistliche Weg": Die Kirche sei "kein politischer Verein, wo sich die einen gegen die anderen durchsetzen".

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, kündigte vor Beginn des Treffens an, dass bei den Gesprächen kein Thema ausgeschlossen werden soll. Die derzeit dringendste Frage sei aber nicht die nach dem Zölibat oder der katholischen Sexualmoral. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), der dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) angehört, kritisierte derweil die hierarchischen Strukturen innerhalb der katholischen Kirche.

Die Bischofskonferenz hatte den Dialogprozess, der bis 2015 angelegt ist, im vergangenen Jahr unter dem Eindruck der Missbrauchsskandale in katholischen Einrichtungen beschlossen. Eingeladen nach Mannheim sind rund 300 Teilnehmer aus Diözesen sowie Vertreter katholischer Fakultäten, Ordensangehörige und Mitglieder des ZdK. Nach der Auftaktveranstaltung soll es in den kommenden Jahren vier weitere Treffen geben. (1521)

(Artikel vom 08.07.2011)