Mehr deutsche als ausländische Familien brauchen Erziehungshilfe

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Mehr deutsche als ausländische Familien brauchen Erziehungshilfe

Gewalt unter Kindern und gegen Eltern nimmt zu

Doppelt so viele deutsche wie ausländische Familien benötigen in Münchens sozialem Brennpunkt Neu-Perlach die Hilfe des städtischen Allgemeinen Sozialdienstes (ASD). Das hat der Leiter der Stadtteil-Einrichtung Karl-Heinz Weyrich am Dienstag vor Journalisten betont. Von den derzeit behandelten rund 4.700 Fällen berührten rund 2.500 deutsche Familien bei einem hohen Ausländeranteil im Stadtteil.

Erschreckend sei die Zunahme von Gewaltdelikten unter Kindern. Mädchen hätten daran einen steigenden Anteil. Auch die Zahl der Gewalttätigkeiten gegen Eltern sei gestiegen. Immer häufiger würden Straftaten von strafunmündigen Kindern unter 14 Jahren begangen, die in nicht wenigen Fällen von älteren Personen dazu angestiftet würden.

Viele Kinder aus Problemfamilien kennen keinen geregelten Tagesablauf und kein Familienessen mehr, erklärte Weyrich. Sozialarbeit mit ihnen heiße zunächst, ihrem Alltag eine gewisse Struktur zu geben. Ganztägige Kinderbetreuung in Schulen oder schulbegleitende Einrichtungen sei dringend erforderlich, weil Familien zunehmend als Ordnungsfaktor ausfallen.

(Artikel vom 22.03.2005)