Mehr Engagement gegen Aids gefordert

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Mehr Engagement gegen Aids gefordert

Missionswerk drängt Partnerkirchen zum Handeln

Eine kritische Bilanz der kirchlichen Aids-Arbeit in Afrika und Asien hat das bayerische evangelische Missionswerk (Neuendettelsau) gezogen. "Unsere Partnerkirchen tun noch viel zu wenig gegen Aids" betonte Missionswerks-Direktor Hermann Vorländer bei einen Aids-Forum, das vom Missionswerk gemeinsam mit dem Deutschen Verein für Ärztliche Mission in Neuendettelsau veranstaltet wurde. Das Missionswerk werde sich für den Ausbau der Prävention einsetzen, kündigte er am Mittwoch an.

Nach UN-Schätzungen waren im vergangenen Jahr 40 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert. Die höchsten HIV-Raten zählt das südliche Afrika. Während sich das Virus in Asien vor allem durch gemeinsam benutzte Nadeln unter Drogenabhängigen ausbreite, werde es in Afrika hauptsächlich durch den Sexualverkehr übertragen, sagte Sonja Weinreich vom Tübinger Institut für Ärztliche Mission. Alarmierend sei die Gefährdung junger Frauen. Afrikanische Frauen zwischen 15 und 24 Jahren stellten drei Viertel der neu Infizierten. Sie stecken sich nach Beobachtung der Ärztin meist bei ihren älteren Ehemännern an.

Die Unganderin Catherine Birra forderte, die Männer stärker in die Aids-Arbeit einzubeziehen, statt nur Frauen in die Pflicht zu nehmen. Wenn ganze Familien von der Seuche hinweggerafft werden, liege das oft an kulturellen Gegebenheiten wie der Polygamie oder der Witwenvererbung.

(Artikel vom 23.03.2005)