Fachärzte warnen erneut vor Feinstaub
Fachärzte warnen erneut vor Feinstaub
Fachärzte haben ihre Warnungen vor den gesundheitlichen Gefahren von Feinstaub bekräftigt. Die feinen Staubpartikel im Dieselruß können in den Schleimhäuten der Atemwege Entzündungen hervorrufen und allergische Reaktionen verstärken, erklärte der Ärzteverband Deutscher Allergologen am Dienstag in Göttingen. Es gebe sogar Hinweise, dass diese Abgase völlig neue Allergien entstehen ließen.
Vor allem der Dieselruß im Feinstaub beeinflusse die Allergieauslöser und mache sie aggressiver, sagte die Allergologin Professor Heidrun Behrendt (München). In Ballungsgebieten, Industrieregionen und an viel befahrenen Straßen seien Pollen auffällig stark an die Staubpartikel gebunden. So würden die Allergie auslösenden Eigenschaften potenziert. Bei Städtern ließen sich viel häufiger allergischer Schnupfen und Asthma-Symptome nachweisen als bei der Landbevölkerung.
Außer aus Dieselrußpartikeln besteht Feinstaub aus Industrieabgasen, Straßenstaub und Autoreifen-Abrieb. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation bewirkt die derzeitige Feinstaub-Konzentration in Deutschland eine Verkürzung der durchschnittlichen Lebenserwartung von 10,2 Monaten.
Eine EU-Richtlinie schreibt fest, dass die Feinstaub-Konzentration an maximal 35 Tagen im Jahr 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erreichen darf. Dieser Wert wurde in München und in Stuttgart bereits überschritten. In der bayerischen Landeshauptstadt hat die Deutsche Umwelthilfe deshalb die bundesweit erste Klage eingereicht.


