Evangelische Jugend Oberfranken setzt in Flossenbürg ein Zeichen
Evangelische Jugend Oberfranken setzt in Flossenbürg ein Zeichen
Die Evangelische Jugend Oberfranken setzt mit ihrer internationalen Begegnungsarbeit in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg seit nunmehr 13 Jahren ein bewegendes Zeichen für die Völkerverständigung. An diesem Mittwoch (20. Juli) wird sie in der Münchner Markuskirche mit dem Wilhelm-von-Pechmann-Preis der bayerischen Landeskirche geehrt.
Am vergangenen Wochenende kamen die letzten Überlebenden des Konzentrationslager Flossenbürg wieder einmal zur traditionellen Gedenkveranstaltung zusammen. An dem einstigen Schreckensort trafen sie sich auf Einladung der Evangelischen Jugend Oberfranken mit jungen Leuten aus vielen europäischen Nationen zum Gedankenaustausch. Für die junge Generation gehe es nicht darum, Schuld auf sich zu nehmen, sondern Verantwortung für die Zukunft zu erkennen, sagte der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) über das Treffen.
Ein ehemaliger Häftling hielt bei einem Jahrestreffen der früheren KZ-Gefangenen fest: "Diese Veranstaltung hat für mich die Kraft einer Pilgerfahrt. Die Vergangenheit darf niemals vergessen werden, aber sie darf uns auch nicht lähmen."
Ein anderer Teilnehmer des Treffens zeigte sich tiefbewegt vom Verständigungswillen der ehemaligen Häftlinge trotz des unsagbaren Grauens, das sie hier erlebt hätten. Inzwischen werde "langsam, aber sicher" die Fackel des Gedenkens an die nächste Generation weitergereicht, sagte der Sohn eines holländischen KZ-Überlebenden.
Bei den Internationalen Jugendtreffen der Evangelische Jugend Oberfranken kommem jährlich rund 100 junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen. Sie reden mit KZ-Überlebenden und nehmen an Führungen der heutigen KZ-Gedenkstätte Flossenbürg teil. Im KZ-Flossenbürg und seinen zahlreichen Außenlagern waren zwischen 1938 und 1945 mehr als 100.000 Häftlinge - vor allem aus Osteuropa - untergebracht, rund 30.000 von ihnen kamen dort ums Leben. In Flossenbürg ermorderten die Nazis kurz vor der Befreiung des Lagers auch den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). (1613)


