Barfußwandern ist im Trend

Korrespondentenbericht | epd - Landesdienst Bayern

Barfußwandern ist im Trend

Gesundheitsminister Söder läuft beim 2. bayerischen Barfußwandertag

98 Prozent aller Menschen kommen mit gesunden Füßen auf die Welt. Aber nur 40 Prozent von ihnen haben gesunde Füße, wenn sie erwachsen sind. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Der westliche Lebensstil bringt es mit sich, dass die meisten Menschen den ganzen Tag mit modischen Schuhen auf versiegelten, brettebenen und harten Verkehrsflächen herumlaufen. Der bayerische Barfußwandertag will daher einen Gegentrend setzen und eine alte Tradition wiederbeleben. Der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) unterstützt die Aktion: Am 31. Juli will er um 11 Uhr den mittelfränkischen Spalter Barfußwonnenweg gehen.

Jeder Mensch ist barfuß auf die Welt gekommen. Die meisten sind als Kinder auf Spielplätzen, im Garten oder im Urlaub am Strand barfuß herumgelaufen. Als Erwachsener erinnert man sich vielleicht noch daran, wie glücklich und frei man sich dabei gefühlt hat. Sand, Lehm, Moos, Gras, Laub und Holz unter den bloßen Sohlen zu spüren, ist aber in jedem Alter ein Hochgenuss. Kein Schuhprofil ist im Gelände so griffig wie unsere Zehen. Die Füße werden viel später müde, weil sie sich frei bewegen können.

Barfußwandern ist die Wiederentdeckung der natürlichsten Art der Fortbewegung. In den letzten Jahren sei ein sportlicher Trend daraus geworden, erklärt Claudia Küng, Geschäftsführerin des Münchner Vereins "Health Care". In Deutschland und Österreich seien schon mehr als hundert Barfußwege oder ganze Barfußparks angelegt worden. Zumeist hätten die Rundwege ein bis fünf Kilometer Länge und seien mit unterschiedlichen Bodenbelägen versehen.

Barfuß gehen sei gesund, betont Küng. Es kräftige Muskeln, Bänder und Gelenke, verbessere die motorischen Fähigkeiten und beuge damit Verletzungen vor. Auch die Wirbelsäule profitiere davon. Barfußwandern stärke die Immunabwehr, insbesondere bei kaltem Wetter durch den sogenannten Kneipp-Effekt. Es verbessere die Blutzirkulation in den Beinen. Gleichzeitig werde Stress abgebaut und der Blutdruck ausgeglichen.

Der Weg zum Barfußwanderer braucht zwar etwas Übung, doch kürzere Wanderungen können auch von Ungeübten auf geeignetem Untergrund durchgeführt werden. Die erste Barfußwanderung sollte nicht mehr als zwei Stunden dauern, dann reicht es den meisten Füßen. Auf die Geschwindigkeit kommt es nicht an, sondern auf die Wahrnehmung von Eindrücken unter den Sohlen. Welche Untergründe sind angenehm, welche pieksen, welche schmeicheln den Füßen? Das Gefühl nach einer solchen Wanderung ist überwältigend: Die Füße sind warm, kribbeln etwas und fühlen sich richtig gut an.

Hinweis: Der "Barfuß-Wonnen-Weg" bei Spalt am Brombachsee in Mittelfranken ist knapp zwei Kilometer lang. Er bietet ein Fußerlebnis der besonderen Art: Natursteinplatten, Kies, Sand, Kirschkerne, Hopfenreben, Matsch, Rinde und anderes wechseln sich als Untergründe ab.

Internet: www.spalt.de (1697/b112370)

(Artikel vom 29.07.2011)