Landesbischof Friedrich: Papst war "Nachfolger Christi im Leiden"
Landesbischof Friedrich: Papst war "Nachfolger Christi im Leiden"
Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich hat in einem Kondolenzschreiben die Verdienste von Papst Johannes Paul II um die Ökumene und seinen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt gewürdigt. Der verstorbene Papst sei gerade zuletzt "in seiner ganzen Schwäche und Gebrochenheit des Leibes die vielleicht größte Gestalt unserer Tage gewesen", so Friedrich in seinem Brief an den Vorsitzenden der Freisinger Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter am Sonntag.
Der Geistliche habe sich nachdrücklich für das Zustandekommen der "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" engagiert, die 1999 in Augsburg unterzeichnet wurde. Dies stelle vielleicht den "greifbarsten ökumenischen Fortschritt zwischen römischen und katholischen Lutheranern darstellt", so Friedrich, der auch Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist.
Das Leben des Papstes sei von Gegensätzen begleitet gewesen: "Einerseits war er modern und machte sich die zeitgemäßen Formen der Kommunikation zunutze. Auf der anderen Seiten war sein Denken aufklärungskritisch, auf konservative Moral bedacht", so Friedrich. Was in seinem Gedächtnis bleiben werde, sei das "Charisma des Nachfolgers Jesu Christi im Leiden, des mächtigen Weltbischofs in seiner Gebrechlichkeit, der ganz von Jesus Christus her lebte".


