Für Evangelische in Bayern gelten neue Regeln
Für Evangelische in Bayern gelten neue Regeln
"Leitlinien kirchlichen Lebens" sollen auch zum Nachdenken anregen
Für die rund 2,7 Millionen Evangelischen in Bayern gelten neue Regeln: Am 1. April sind die "Leitlinien kirchlichen Lebens" in Kraft getreten. Das umfangreiche Regelwerk ersetzt die "Ordnung kirchlichen Lebens", die seit 1965 in der bayerischen Landeskirche gültig war und nun in einem langjährigen Prozess überarbeitet wurde.
Die "Leitlinien kirchlichen Lebens" enthalten Regeln und Gesetze, wie in den Kirchengemeinden bei Gottesdiensten oder Amtshandlungen wie etwa Hochzeiten oder Beerdigungen verfahren werden soll. Anstelle der früheren Verordnungen wollen die Leitlinien den Leserinnen und Lesern aber eher Entscheidungshilfen für christliches Handeln in die Hand gegeben.
Außerdem sollen die Leitlinien nach Worten von Landesbischof Johannes Friedrich "zum Nachdenken und zum Austausch anregen". Denn, so der Bischof: "Viele der in den Leitlinien aufgegriffenen Fragen können nicht pauschal, sondern nur von Fall zu Fall angemessen gelöst werden." Als Grundlage für eine Diskussion sind daher inzwischen schon über 15.000 Exemplare in den evangelischen Kirchengemeinden verteilt worden.
Die "Leitlinien kirchlichen Lebens" wurden von den Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Deutschland (VELKD) erarbeitet und auf der Generalsynode 2002 in Bamberg beschlossen. Die acht Mitgliedskirchen der VELKD setzen die Leitlinien unterschiedlich um - in Gestalt von Empfehlungen bis hin zu gesetzlichen Regelungen. In Bayern regelt ein so genanntes Anwendungsgesetz die rechtliche Verbindlichkeit der Leitlinien.
Das Buch "Leitlinien kirchlichen Lebens - Handreichung für eine kirchliche Lebensordnung" ist im Gütersloher Verlagshaus erschienen und kann für neun Euro über den Buchhandel bezogen werden.


